Unterstützung zur rechten Zeit: Fünfstellige Landesmittel für Gothaer Altschützengesellschaft

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Altschützengesellschaft zu Gotha und Gäste

Das Sportschießen hat in Gotha eine lange Tradition. Nun sollen Fördermittel des Freistaats Thüringen dabei helfen, den Verein in die Moderne zu führen.

Die Herzoglich privilegierte Altschützengesellschaft zu Gotha ist wohl einer der ältesten Vereine der Residenzstadt. Bereits 1442 gab es eine erste urkundliche Erwähnung. Zudem gehören der Verein und der Standort in Gotha zum Gründungsmythos des Deutschen Schützenbundes. Dies und nicht weniger hob der Ehrenamtsbeauftragte der Thüringer Staatskanzlei, Guntram Wothly, hervor. Er besuchte Anfang Mai das Gelände hinter der Stadthalle und überreichte symbolisch einen Förderscheck in Höhe von 13.640 Euro. Die Mittel stammen aus dem Programm zur Ehrenamtsförderung. „Es ist eine besondere Form der Wertschätzung. Der Besuch vor Ort war sehr informativ und ich konnte mir einen Einblick in das Vereinsleben verschaffen“, so Wothly. In einer kurzen Ansprache ging er auf die Verbindung von Brauchtumspflege und Nachwuchsförderung ein.

Letztere sei für den Fortbestand des Schießsports unabdingbar, merkte die Vereinsvorsitzende Beatrice Weiß an. „Das Schützenwesen muss für kommende Generationen erhalten werden“, sagte sie. Die Jugendarbeit laufe bereits gut. Rund ein Drittel der Vereinsmitglieder sei unter 18 Jahre alt. So ist es nur verständlich, dass ein Teil der Fördermittel des Landes in diesen Bereich floss. Ein „Pfeil- und Bogenschießkino“ ergänzt nun die Anlage: eine Wand mit projiziertem Bild, die interaktiv genutzt werden kann. Eine sinnvolle Investition, findet Beatrice Weiß: „Hier führen wir die Kinder an den Bogenschießsport heran.“

Weitere Mittel nutzte der Verein zur Modernisierung der Webseite und für Ehrenamtsentschädigungen. Von Letzteren profitierte auch die Vereinskasse. Die Vereinsvorsitzende freute sich darüber, dass alle Mitglieder ihre Entschädigung als Spende an den Verein zurück gaben.

Mit der Modernisierung der Internetseite soll auch das eher verstaubte und unvorteilhafte Bild des Schießsports aufpoliert werden. Darüber sprach Gothas Landrat Onno Eckert bei seinem Besuch. Er denke dabei an eine Tischrunde mit älteren Herren: Sie tragen Vollbart, sitzen nach getaner Arbeit in einer verrauchten Kneipe und trinken Bier – kein besonders schmeichelhaftes Bild. Dem wirkt die Altschützengesellschaft unter der Leitung von Beatrice Weiß entgegen. Moderne Sportuniformen und ein offenes Auftreten in der Öffentlichkeit sollen den Schießsport wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken.

Die Verbindung zur eigenen Geschichte und zum Brauchtum soll dabei nicht verloren gehen. „Unser Vereinsgelände ist die einzig erhaltene Gründungsstätte des Deutschen Schützenbundes“, merkte Weiß an.

Damit tragen die Gothaer auch eine besondere Verantwortung. 2029 ist der Verein Ausrichter des Deutschen Schützentages – ein Höhepunkt in der Welt des Schießsports. Dafür packen die Männer und Frauen der Altschützengesellschaft ordentlich mit an, so Beatrice Weiß. „Alle Schießstände und die Außenanlage werden dafür hergerichtet.“

Auch deshalb ist der Verein immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Um deren Gewinnung voranzutreiben, wollen die Schützen Schulen besuchen und ihre große Freifläche für Veranstaltungen anbieten. Wer zum Schießen vorbeikommt, hat eine große Auswahl. Neben dem vielfach angesprochenen Bogenschießen gibt es Licht-, Gewehr- und Pistolenschießen sowie das Großkaliberschießen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 5 (2026)

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