Venus! Keine andere Figur der antiken Mythologie ist so häufig auf deutschen Einbänden des 16. Jahrhunderts anzutreffen wie sie. Sie steht häufig Seite an Seite mit allegorischen Personifikationen wie Justitia, Prudentia und die durch Lucretia vertretene Castitas (Keuschheit).
Verkörpert ausgerechnet die Liebesgöttin ebenfalls in diesem Zusammenhang eine Tugend? Wenn ja, welche? Ausgehend von einer bisher unbekannten Venus-Herkules-Rolle, die drei Buchbände in der Forschungsbibliothek Gotha ziert, führt Dr. Daniel Gehrt allgemein in die Einbandkunst der Renaissancezeit ein und versucht, das größere moralische Bildprogramm dieses Mediums zu erfassen und zu entschlüsseln. Zugleich geht er den Ursprüngen der Motivwahl nach. Viele Spuren weisen bereits auf den Humanisten Conrad Celtis und den Künstler Lucas Cranach, die um 1500 in Wien im persönlichen Austausch standen, als entscheidende Impulsgeber hin.
Dr. Daniel Gehrt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsbibliothek Gotha. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Kirchen-, Bildungs- und Gelehrtengeschichte im 16. Jahrhundert.
Der Vortrag findet am 15. Juli 2026 im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek im 2. OG von Schloss Friedenstein statt. Beginn ist 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Zum Abschluss des Abends lädt der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. zu einem kleinen Empfang ein.






















