Vorhang auf im Hof von Schloss Friedenstein: Open-Air-Theater mit „Königshaut”

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Die Stadt Gotha möchte ihr Kultur­angebot langfristig erweitern. Deshalb beauftragte die Verwaltung das Tochterunternehmen KulTourStadt Gotha GmbH mit der Konzeption eines geeigneten Formats. So bestätigte es der Gothaer Oberbürgermeister Knut Kreuch jüngst während einer Pressekonferenz.

Im Juli dieses Jahres findet das erste Open-Air-Theater auf Schloss Friedenstein statt. Vom 2. bis 4. Juli 2026 erleben die Zuschauer „Königshaut – Grimmenstein zu Friedenstein“. Das Schauspiel ist eine Adaption des Hörspiels „Königshaut“ von Regisseur und Autor Wolfsmehl. Ihn konnte die KulTourStadt direkt für das Projekt begeistern.

Claudia Müller, Referentin für Open-Air-Veranstaltungen bei der KulTourStadt, legte von Beginn an die Messlatte hoch: „Damit wollen wir das Schloss als Theaterspielort in Thüringen etablieren.“ Oberbürgermeister Knut Kreuch schlug ähnliche Töne an: „Durch Ekhof müsste Gotha im Sommer bei den Großen, ich denke da an Erfurt, mitmischen. Das Ekhof-Theater zeigt Jahr für Jahr fantastische Stücke, aber es liegt so versteckt.“ Es sei an der Zeit, größer zu denken und ein Konzept auf die Beine zu stellen, das künftig den Theatersommer in Thüringen eröffnen soll.

Das Erlebnis auf Schloss Friedenstein soll für das Publikum schon bei der Premiere besonders sein. So wird beispielsweise die klassische Bühne um eine digitale erweitert. „Die Bühnenwand und die Schlossfassade werden mit Videoprojektionen und Lichteffekten inszeniert“, erklärte Regisseur Wolfsmehl. „Neben dem Gothardusfest 2026 ist diese Veranstaltung für die KulTourStadt Gotha GmbH in diesem Jahr die größte Herausforderung im Veranstaltungsbereich“, betont Claudia Müller.

Die Veranstalter streben daher an allen drei Abenden eine Vollauslastung an. Ende Januar waren bereits rund 500 Karten verkauft. Doch keine Sorge: „Wir haben pro Tag Platz für 1.500 Zuschauer“, so Müller.

Und das Stück selbst? Im Mittelpunkt steht ein junger König, der Macht über Menschlichkeit stellt und seine Versprechen bricht. Erst als ihm die personifizierte Zeit entgegentritt, wird er mit den Folgen seines Handelns konfrontiert. „Königshaut“ erzählt von Macht, Verantwortung und Wandel – und von der Frage, was bleibt, wenn politische und persönliche Entscheidungen unumkehrbar werden.
Durch die Thüringer Staatskanzlei wird das Projekt mit 90.000 Euro gefördert.

Musikalisch begleitet wird die Inszenierung von der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach. Beginn jeder Aufführung ist um 21.30 Uhr. „Das hat einen einfachen Grund: Für die digitale Bühneninszenier­ung brauchen wir Dunkelheit“, erklärte Wolfsmehl.
Tickets gibt es im Geschäft „Gotha adelt“ sowie an bekannten Vorverkaufsstellen des Ticket Shop Thüringen. Auch online können unter www.ticketshop-thueringen.de Karten erworben werden.
Besondere Freude löste bei den Verantwortlichen eine weitere Nachricht aus: Der Schauspieler Max Lamperti ist Teil des Ensembles. Der 1998 in Gotha geborene Akteur kehrt somit auf heimatliche Bühne zurück.

Autor: Sascha Mohnke

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag erschien auch in der Februar-Ausgabe von Oscar am Freitag. Dabei hat unser Autor leider zwei Fehler gemacht. Statt des Zitats von Claudia Müller: „Die Kosten bewegen sich in einer Größenordnung, die mit dem Thüringentag vergleichbar ist.“ muss es heißen: „Neben dem Gothardusfest 2026 ist diese Veranstaltung für die KulTourStadt Gotha GmbH in diesem Jahr die größte Herausforderung im Veranstaltungsbereich.“

Durch die Thüringer Staatskanzlei wird das Projekt nicht wie irrtümlich berichtet mit 250.000 Euro, sondern mit 90.000 Euro gefördert.

Wir haben die entsprechenden Stellen im Beitrag oben korrigiert.

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