„Der Bromacker lebt“ weiter: Paläoart-Wettbewerb verlängert

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Auf diese Weise hat der tschechische Maler und Illustrator Petr Modlitba den Dimetrodon zum Leben erweckt. Foto: Petr Modlitba

Gotha (red/ms, 26. September). Kreative Saurierbegeisterte haben noch mehr Zeit, ihren Beitrag für den Paläoart-Wettbewerb fertigzustellen.

Corona-bedingt wurde nicht nur die Sonderausstellung „Saurier – Die Erfindung der Urzeit“ (Herzogliches Museum, neuer Termin: 7. Februar bis 22. August 2021) verschoben, sondern auch der dazugehörige Paläoart-Wettbewerb: Der neue Einsendeschluss ist der 30. November 2020.

Im Rahmen der Sonderausstellung „Saurier – Die Erfindung der Urzeit“ hat die Stiftung den Paläoart-Wettbewerb „Der Bromacker lebt“ ausgelobt. Paläoartisten, Kreative, Schüler, Saurierfans und Bromacker-Begeisterte sind herzlich eingeladen, die Wirbeltier-Lagerstätte bei Tambach-Dietharz mit ihren Illustrationen und Modellen zum Leben zu erwecken. Die Werke der Preisträger werden in der Ausstellung gezeigt. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 500 Euro, aber auch die Zweit- und Drittplazierten gehen nicht leer aus. Für die Arbeiten von Kindern bis 14 Jahre werden Sachpreise vergeben.

Was aber genau ist die „Paläokunst“ eigentlich? Eine Vermittlerin. Sie baut eine Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Ein Paläontologe kann aus versteinerten Knochen zwar schon viel über ein Tier erfahren, aber erst in Bildern und Modellen werden die Saurier für uns wieder lebendig. Paläokünstler verbinden in ihren Werken die wissenschaftlichen Fakten mit ihrer Vorstellungskraft. Ein Blick ins Kinderzimmer zeigt, wie gut das funktioniert: Wir sind mit den Bildern von Sauriern aufgewachsen. In nahezu jedem Kinderzimmer finden sich Modelle und Plastikechsen. Wir haben ein ziemlich genaues Bild der Urzeit – von Tieren also, die vor Millionen von Jahren ausgestorben sind.

Der Wettbewerb
Zentrales Thema, Fundgrube und Inspirationsquelle für alle Teilnehmenden des Paläoart-Wettbewerbs „Der Bromacker lebt“ ist die Wirbeltier-Lagerstätte Bromacker bei Tambach-Dietharz im Thüringer Wald. Sie ist weltweit eine der wichtigsten Fundstellen für Fossilien des Unteren Perm mit einem Alter von etwa 290 Millionen Jahren. Hier wurden in den letzten 40 Jahren Skelette von 13 verschiedenen Wirbeltier-Arten gefunden, darunter Seymouria sanjuanensis, Orobates pabsti, Dimetrodon teutonis und Eudibamus cursoris. Daneben gibt es eine Vielzahl gut erhaltener Fährten, die sich einigen Arten zuordnen lassen. Die Knochen- und Fährtenfunde des Bromackers sind heute ein wichtiger Teil der Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

Alle Interessierten sind aufgerufen, die prähistorische Lebewelt der unterpermischen Wirbeltier-Lagerstätte Bromacker in lebensechten Rekonstruktionen in ihrer natürlichen Umgebung künstlerisch darzustellen. Es müssen nicht zwingend alle bisher bekannten Arten von Wirbeltieren gezeigt werden. Alle Techniken und Darstellungsformen, auch dreidimensionale Objekte (z.B. Modelle), sind willkommen. Die kleinste einreichbare Größe bei Illustrationen ist DIN A4. Bei dreidimensionalen Objekten ist eine Maximalgröße von bis zu 120 x 60 x 100 cm (Länge x Breite x Höhe) einzuhalten.

Die Werke werden nach ihrer Genauigkeit und der Qualität der angewandten Techniken bewertet. Lebensechte Darstellungen in ihrem natürlichen Lebensraum sowie Verweise auf die zahlreichen, vom Bromacker bekannten fossilen Fährten sind wünschenswert. Es gibt zwei Teilnehmergruppen, die auch getrennt bewertet werden: Kinder bis 14 Jahre sowie die Gruppe „Kinder ab 15 Jahre und Erwachsene“. Die Werke der Preisträger beider Teilnehmergruppen werden in der Sonderausstellung „Saurier – Die Erfindung der Urzeit“ ausgestellt.

Das Bewerbungsformular mit den Informationen zum Datenschutz, die Teilnahmebedingungen sowie Informationen zur Bromacker-Fundstelle und den einzelnen Arten von Wirbeltieren gibt es hier.

Bei Fragen sowie für Informationen und Literatur zur Bromacker-Fundstelle und den einzelnen Arten von Wirbeltieren können Sie sich gerne per E-Mail an Dr. Tom Hübner wenden (huebner@stiftung-friedenstein.de). Er ist Paläontologe, Geologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

Die Ausstellung 
Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha wird in ihrer Jahreshauptausstellung 2020 (Herzogliches Museum, 7. Februar bis 22. August 2021) auch die Wissensgeschichte und die sie begleitende Paläokunst aller Arten von „Sauriern“ präsentieren. Die Bromacker-Fundstelle wird darin als Beispiel vorgestellt, welches in der Paläokunst erst seit kurzer Zeit eine Rolle spielt.

„Saurier – Die Erfindung der Urzeit“ lädt auf eine Reise ein, im Zeitraffer die letzten 200 Jahre der Saurierforschung zu betrachten. Diese hat die Vorlagen für die künstlerische Darstellung der Urzeit geliefert. Da sich das Wissen über die Saurier im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt hat, veränderten sich auch deren Darstellungen und erfanden unser Bild von der Urzeit ständig neu.

Neben Bildern und Modellen wird die Ausstellung auch zahlreiche echte Versteinerungen von Sauriern präsentieren, die zu einem großen Teil aus der hauseigenen geowissenschaftlichen Sammlung stammen. Darunter befinden sich insbesondere die weltberühmten „Ursaurier“ vom Bromacker bei Tambach-Dietharz, die im Rahmen der Ausstellung endlich wieder der Öffentlichkeit gezeigt werden können. Diese kleinen Saurier sind seit ihrer Entdeckung im späten 20. Jahrhundert nicht nur wissenschaftlich von internationaler Bedeutung, sondern avancierten zu einem neuen kulturellen Phänomen in der Region. Und dabei steht ihre Erforschung und daran anschließende Verbildlichung erst am Anfang. Die Geschichte hat bereits gezeigt, dass auch von solch kleinen Sauriern noch Großes zu erwarten ist.

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