Museumsverband bedauert neuerlichen Zwang zum Schließen

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Foto: Museumsverband Thüringen

Erfurt (red, 31. Oktober). Nach der Entscheidung der Kultusminister am Donnerstag werden deutschlandweit auch die Museen vom 2. bis mindestens 30. November erneut geschlossen. Der Museumsverband Thüringen steht dieser Entscheidung kritisch gegenüber. Minister Hoff will eine schnelle Wiederöffnung im Blick behalten.

Mit Unverständnis und Bedauern hat der Museumsverband Thüringen e. V. zu Kenntnis nehmen müssen, dass deutschlandweit erneut auch die Museen unter den neuerlichen Lockdown fallen werden.

Obgleich in Thüringen bislang kein einziger Ansteckungsfall im Kontext eines Museumsbesuches bekannt geworden ist, werden auch hier die Museen ab der kommenden Woche geschlossen. „Die Thüringer Museen sind sich ihrer Verantwortung bewusst und haben das in den vergangenen Monaten erfolgreich bewiesen“, so Dr. Thomas T. Müller, Präsident des Museumsverbands (Foto).

Seit der Wiederöffnung im April haben die Museen keine Massenveranstaltungen mehr durchgeführt. In allen Häusern wurden zudem ausgefeilte Infektionsschutzkonzepte umgesetzt, mit denen dosierte und sichere Zugänge zu den musealen Kultur- und Bildungsangeboten ermöglicht wurden. „Ein Museumsbesuch ist unserer Meinung nach sicherer als das Einkaufen oder ein Friseurbesuch“, so Müller weiter.

In diesem Zusammenhang hat sich der Verband direkt an Kulturminister Prof. Dr. Benjamin Hoff gewandt und ihn mit Verweis auf das ausgewogene und bewährte gemeinsame Hygienekonzept des MVT und der Thüringer Staatskanzlei gebeten, eine schnellstmögliche Wiederöffnung der Museen zu prüfen. Eine baldige signifikante Verbesserung der pandemischen Gesamtlage im Freistaat vorausgesetzt, könnten die Museen aus Sicht des Verbandes – wie bereits im Frühjahr – erneut als Vorreiter fungieren.

In seiner Antwort erklärte der Minister unter Vorbehalt eventuell anderslautender gesetzlicher Bestimmungen, bei der Überprüfung des Lockdowns nach 14 Tagen die Optionen für eine mögliche Öffnung der Museen im Blick zu behalten. Bei einer Telefonkonferenz der größeren Thüringer Kulturverbände mit dem Kulturminister am heutigen Vormittag wurde angekündigt, dass in Thüringen angestrebt werde, Bildungsangebote für Sporteinrichtungen und Kulturinstitutionen weiterhin zu ermöglichen. Das gelte auch für die Museen trotz der Schließung für den regulären Museumsbetrieb. Nähere Informationen hierzu werden in der kommenden Woche erwartet.

Bei seiner Pressekonferenz im September hatte der MVT darauf hingewiesen, dass bereits die Schließung im Frühjahr gerade für die privaten und vereinsgetragenen Museen in Thüringen mit einem hohen Eigenfinanzierungsanteil eine Bedrohung ihrer Existenz darstellte. Diese Situation könnte sich nun weiter beschleunigen. Der Museumsverband warnt zudem davor, dass sich durch den neuerlichen Lockdown die Steuerausfälle der Kommunen und damit die negativen Auswirkungen auf alle Museen im Freistaat weiter verschärfen.

Handlungsempfehlungen des MVT zur Öffnung unter Corona-Bedingungen: https://museumsverband-thueringen.de/corona-krise/

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