Blue Volleys auf erfolgreicher Punktejagd  

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Symbolfoto: Wolfgang Mengs

Gotha. Einen Tag nach dem erwartbaren 3:1 (19;24;-23;22) bei Schlusslicht VYS Friedrichshafen sorgten die Gothaer mit ihrem 3:1 (26;26; -22;23) Sieg beim bis dato ungeschlagenen Tabellenführer TSV Mimmenhausen für eine faustdicke Überraschung.

Am Sonnabend war es der erhoffte und auch erwartete Pflichtsieg gegen das Nachwuchsteam der Volley YoungStars Friedrichshafen, nicht mehr und nicht weniger. Dafür war das Spiel der Gothaer zu dieser ungewohnt frühen Nachmittagszeit zu fehlerbehaftet.

Dabei begannen die Blue Volleys schwungvoll. Gegen ein, bis auf den Diagonalangreifer, gegenüber dem Vorabendspiel gegen Mimmenhausen komplett verändertes Friedrichshafener Team lag man schnell mit 8:2 in Führung. Auch im weiteren Satzverlauf hatten die Thüringer das Geschehen auf dem Spielfeld weitgehend im Griff und holten sich den Anfangsabschnitt mit 25:19.

Leider verloren die Gothaer danach immer mehr ihre Linie. Probleme in der Annahme der gegnerischen Spinaufschläge und eine schlechte Chancenverwertung im Angriff häuften sich nun. Auf der anderen Netzseite steigerten sich die Gastgeber zusehend und die Blue Volleys hatten Mühe sich auch den 2. Satz zu sichern.

Auch im Folgesatz wurde das Gothaer Spiel nicht besser. Die Gothaer wechselten mehrfach, doch die Souveränität aus dem 1.Satz kam nicht zurück. Im Gegenteil – die Häfler-Angreifer wurden immer selbstbewusster und nutzten vorhandene Lücken im Block und der Feldverteidigung bei den Blue Volleys immer öfter aus. Folgerichtig ging der 3. Satz mit 25:23 an die Hausherren.

Im 4. Satz zogen die Gäste ihr Spiel nochmal etwas an, hatten aber nach wie vor Probleme  im Block, Zugriff auf Friedrichshafens Angreifer zu bekommen. Allerdings waren diese auch nicht fehlerfrei, schlugen ihre Bälle jetzt häufiger ins Aus. Am Ende waren die Gothaer erleichtert, den Satz mit 25:22 und damit die eingeplanten 3 Punkte mitnehmen zu können.

Für Gothas diesmal auch wieder Spielertrainer Jonas Kronseder waren die drei Punkte letztlich das Entscheidende. „Wir hatten jetzt fünf Wochen Wettkampfpause und zudem die lange Anfahrt seit 5 Uhr morgens in den Beinen. Von daher sind wir zufrieden mit den drei Punkten“, lautete sein Kurzfazit nach dem Abpfiff.

Zu den besten Spielern (MVP) wurden bei den Volley YoungStars, wie schon im Hinspiel Zuspieler Kvrzic und bei Gotha Kapitän Aßmann gewählt.

Das Sonntagsspiel
Am nächsten Tag im Spiel beim TSV Mimmenhausen schien es jedoch so, als hätten die Gothaer Tags zuvor noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Denn dieses Spiel sah eine deutlich verbesserte Mannschaft des VC Gotha.

Gothas Trainer Kronseder schickte mit Kapitän Aßmann, Niederlücke, der wieder auf Außen/Annahme spielte, Kummer, Couchman, Zuspieler Rein, Böhme und Libero Stückrad die derzeitige Bestbesetzung aufs Feld.

Mit dem Anpfiff waren aber zunächst nur die Hausherren richtig wach und lagen schnell 5:1 vorn. Doch die Blue Volleys zeigten sich vom Blitzstart des TSV unbeeindruckt und hatten kurze Zeit später wieder den Ausgleich hergestellt. Von da an sah man eine spannende und gutklassige Auseinandersetzung zweier Teams, die sich im gesamten Spielverlauf auf Augenhöhe begegneten. Entsprechend knapp und mit ständig wechselnder Führung die Spielstände im 1. Satz.

Mit 24:23 gab es den ersten Satzball für den Favoriten, den Aßmann mit einem Angriffspunkt ausglich. Ein Gothaer Doppelblock brachte dann, nach einem weiteren Satzball des TSV, erneut den Ausgleich. Und ein Block war es auch, der am Ende den 28:26-Satzgewinn sicherte.

Ein ganz ähnliches Bild im 2. Satz. Wieder verlief die Partie völlig ausgeglichen. Was jedoch auffiel, war das etwas variablere Angriffsspiel der Gothaer aus einer diesmal sicheren Annahme heraus. Beim Gastgeber schien der Ausfall des erfahrenen Stammzuspielers Cipollone, trotz einer soliden Leistung seines Vertreters M. Diversy, dagegen nicht gänzlich zu kompensieren sein. Wenig lief bei Miommenhausen über die Mitte, was dem Gothaer Block die Arbeit erleichterte.

Gotha musste inzwischen auf Libero Stückrad verzichten, der sich bei einem Zusammenprall mit einem Mitspieler verletzt hatte. Ihn ersetzte der junge Spankowski, der  fortan eine gute Leistung zeigte.

Kurz vor Satzende hatten die Gastgeber beim 24:22 die ersten beiden Satzbälle. Und wieder behielten die Gothaer die Nerven und hatten noch ein Ass im Ärmel. Spielertrainer Kronseder wechselte sich zum Aufschlag ein und hatte Erfolg. Ein Block und ein direkter Aufschlagpunkt wehrten die drohende Satzniederlage ab. Zum Schluss waren es ein Schnellangriff von Couchman und wieder zwei Blockpunkte, die die 2:0-Satzführung brachten.

Im folgenden Abschnitt schienen die Gäste den Sack möglichst schnell zumachen zu wollen, lagen bald mit 5:1 vorn. Aber Mimmenhausen gab sich nicht kampflos geschlagen. Der vielfache Ex-Nationalspieler und Spielertrainer des TSV Pampel warf nun seine gesamte Erfahrung und Klasse in die Waagschale, schlug immer wieder Gothas Block geschickt an. Zur Satzmitte wechselte sich auch bei Gotha der Trainer im Zuspiel für Rein ein, um so neue Akzente zu setzen. Beim Stand von 18:18 waren es dann drei Fehler in Folge bei den Blue Volleys, die für eine Vorentscheidung sorgten. Der TSV konnte sich  den 3. Satz mit 25:22 sichern.

Auch der folgende Satz war heiß umkämpft. Doch obwohl es immer eng zuging, zeigte sich nun deutlicher, dass sich der Gothaer Block gut auf die Angreifer der Hausherren eingestellt hatte. Beim 24:21 hatten die Thüringer drei Matchbälle. Zwei davon wehrte der TSV noch ab. Doch ein Block von Niederlücke gegen Diagonalangreifer Pampel brachte die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Blue Volleys, die diesen tollen Sieg ausgelassen feierten. Wie schon am Vortag wurde anschließend Kapitän Aßmann zum MVP seines Teams gewählt.

Mit diesen am Wochenende gewonnenen sechs Punkten rückten die Gothaer auf den 6. Tabellenrang vor und schafften zudem erstmals in dieser Saison einen Sieg gegen ein Team des Führungsquintetts der 2. Bundesliga Süd.

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Niederlücke, Rein, Couchman, Kummer, Böhme, Werner, Lesche, Landsmann, Kronseder, Stückrad und Spankowski

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