Der Meister gab sich keine Blöße  

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Der Meister gab sich bei den Blue Volleys keine Blöße. Foto: JeppeSmedNielsen/Pixabay

Gotha (red/wm, 25. April). In ihrem letzten Punktspiel der Saison 2021/22 mussten sich die Blue Volleys Gotha beim neuen Meister der 2. Bundesliga Süd, dem Baden Volleys SSC Karlsruhe, mit 0:3 (27; 20; 27) geschlagen geben.

Die Baden Volleys standen nach der Heimniederlage der Hammelburger gegen Schwaig am Vorabend bereits als neuer Meister in der 2. Bundesliga Süd fest. Damit war das Vorhaben der Gothaer, mit einem Sieg die Meisterschaft offen zu halten, bereits hinfällig.

Für beide Mannschaften war es deshalb nicht einfach, in einem nun eigentlich bedeutungslosen Spiel die notwendige Motivation und Entschlossenheit aufzubringen.
Dennoch versuchten sie, den 450 Zuschauern zum Saisonabschluss und vor der anstehenden Meisterfeier noch einmal ein sehenswertes Spiel zu bieten.

Die Blue Volleys zeigten sich von Beginn an engagiert und hatten sich zur 1. Technischen Auszeit einen 3-Punkte-Vorsprung erspielt. Den ersten langen Ballwechsel der Begegnung kurze Zeit später holten sich dann aber die Gastgeber. Daran sollte sich im gesamten Spielverlauf wenig ändern – die entscheidenden Punkte machten meist die Hausherren.

Im 1.Satz lieferten sich die Kontrahenten danach bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Blue Volleys lagen meist knapp in Führung, richtig abschütteln ließ sich der Meister aber nie. Auch in der Schlussphase nicht, als Gotha beim 24:22 sogar zwei Satzbälle hatte. Ein Gothaer Block ins Aus und ein Aufschlag-Ass vom Karlsruher Kapitän Jens Sandmeier, dem wohl besten Spieler der Saison in dieser Liga, ließen die Baden Volleys ausgleichen. Zwar erspielte Tomasz Gorski mit einem Leger und einem Schnellangriff zwei erneute Satzbälle für die Gäste, doch auch die wehrte der Favorit ab und hatte kurz darauf beim 27:26 selbst den 1. Satzball. Ein erfolgreicher Angriff von Erik Niederlücke führte zum nochmaligen Ausgleich. Am Ende waren es aber die Gastgeber, die sich über den 29:27-Satzgewinn freuten.

Unbeeindruckt von diesem Satzverlust begannen die Blue Volleys den Satz Nr. 2. Ein Ass von Jannis Hopt, ein Angriff von Zuspieler Mikael Clegg, der eine Unaufmerksamkeit auf Karlsruher Seite konsequent nutzte und starke Angriffe von Yann Böhme brachten eine 5:3-Führung.
Doch danach waren die Baden Volleys das bestimmende Team.
Die Gothaer hatten immer wieder Probleme die Aufschläge und Angriffe der Hausherren in der sehr niedrigen Halle zu kontrollieren, sodass etliche Bälle an der Hallendecke landeten.
Karlsruhe wirkte jetzt sicherer und abgeklärter in seinen Aktionen, während auf Gothaer Seite die Fehlerquote anstieg.
In der Schlussphase dieses Abschnitts begann Karlsruhes Trainer Antonio Bonelli, durchzuwechseln. Mit Zuspieler Fabian Schmidt und Mittelblocker Jonathan Finkenbeiner kamen neben Thorben Sandmeier zwei langjährige Leistungsträger auf das Feld, die nach dieser Saison ihre Bundesligakarriere beenden. Trotz der vielen Wechsel gab es keinen Bruch im Spiel des Meisters, der sich auch den 2. Satz mit 25:20 sicherte.

Im 3. Satz hatten sich die Thüringer wieder gefangen. Für Niederlücke war jetzt Len Spankowski auf der Außenposition dabei. Das Spiel wurde wieder deutlich besser, auch weil die Blue Volleys zulegten. Allerdings gab es kurzzeitig durch etliche Wechsel auf Seiten der Gastgeber etwas Unruhe. Diese konnte Gotha zu einer 12:8-Führung nutzen.
Jetzt war es einmal mehr Hauptangreifer Böhme, der mit seinen wuchtigen Angriffen punktete. Für ihn war es gleichzeitig das letzte Bundesligaspiel für die Blue Volleys, denn er wird in der kommenden Spielzeit bei einem Erstligisten aktiv sein.
Doch die Baden Volleys wollten die eigene geplante Meisterfeier nicht allzu lange hinauszögern und zogen ihr Spiel nochmals an. Und so erlebten die Zuschauer erneut eine überaus spannende Crunchtime. Wieder hatte Gotha zweimal Satzball und wieder erwiesen sich die Hausherren am Ende als das clevere Team. Mit 29:27 ging auch der letzte Satz an den neuen Meister, der im gesamten Spiel mit seiner Spielweise deutlich machte, warum er so souverän die Tabelle anführt.

Als MVP wurden anschließend Gothas Böhme und wohl zum letzten Mal in seiner Karriere Karlsruhes Zuspieler Schmidt geehrt.

Gothas Trainer Jonas Kronseder sah in Karlsruhe den verdienten Sieger. „Der 1. und der 3. Satz waren von unserer Seite okay. Das Spiel war sehenswert. Am Ende war Karlsruhe einfach abgeklärter.“

Für die Blue Volleys Gotha endete damit eine Saison mit Höhen und Tiefen und 14 Siegen in 26 Partien auf dem 6. Tabellenplatz.

Blue Volleys Gotha mit: Böhme, Clegg, Lesche, Gorski, Hopt, Niederlücke, Spankowski, Götze und Stückrad

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