Grüne Fraktion: Thüringen braucht Bus-Bahn-Pakt

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Symbolbild: Christel/Pixabay

Erfurt (red/lw, 15. November). Zur Einführung des Deutschland-Tickets und den damit verbundenen finanziellen Erfordernissen für den Freistaat erklärt Laura Wahl, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Thüringer Landtag:

„Mit dem einheitlich bundesweit gültigen Ticket und der Erhöhung der Mittel für den Nahverkehr auf der Schiene haben Bund und Länder einen wichtigen Schritt für einen attraktiveren öffentlichen Verkehr erreicht. Das Deutschland-Ticket ist ein starker Hebel für die Verlagerung von Individualverkehr. So reduziert sich beispielsweise eine Monatskarte von Jena nach Erfurt bald um rund 200 Euro im Preis. Um die erwartbar steigende Nachfrage im Nahverkehr bedienen zu können, muss die Landesregierung das Angebot auf der Schiene jetzt kontinuierlich ausbauen. Den seit langer Zeit andauernden Stillstand bei der Weiterentwicklung des Nahverkehrsangebots muss Thüringen endlich überwinden.“

Die besten Tarifangebote würden ihre Wirkung verfehlen, wenn nicht gleichzeitig das Bus- und Bahn-Angebot verdichtet und die dafür erforderliche Finanzierung verlässlich geklärt würden. Thüringen brauche jetzt einen Bus-Bahn-Pakt mit einer Ausstattung von jährlich mindestens 35 Mio. Euro. Dieser Pakt müsse den Ausbau von Angebot und Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs und die damit verbundenen Ziele und Instrumente bis 2040 ins Auge fassen. Gerade der Ausbau der Infrastruktur brauche lange Vorläufe und damit finanzielle Planungssicherheit. Die laufende Neuaufstellung des Nahverkehrsplans, der bis 2027 reicht, sei der richtige Zeitpunkt, um eine mittelfristige Ausbaustrategie für Bus und Bahn in Thüringen zu konkretisieren. Dazu gehöre für die Grünen beispielsweise eine Mobilitätsgarantie im ganzen Land. Gute Fahrplanangebote und der Ausbau der Infrastruktur seien nach dem Deutschland-Ticket der nötige „Doppel-Wumms“ für Bus und Bahn, betonte die Verkehrspolitikerin weiter.

„Das Deutschland-Ticket ist eine Zäsur, bei der Bund und Land nachsteuern müssen, falls die Einnahmeausfälle bei den Verkehrsunternehmen höher als erwartet ausfallen sollten. Die Wirkung des Deutschland-Tickets auf Nachfrage und Tarifgefüge ist zwingend zu beobachten und auszuwerten, bevor neue zusätzliche Tarifangebote ins Spiel gebracht werden“, gibt Wahl abschließend zu bedenken.

 

 

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