NABU Thüringen fordert Naturschutzwacht

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Knabenkraut im Leutratal. Foto: Friedhelm Petzke

Jena (red/NABU, 17. Juni). Naturschutzgebiete sind Rückzugsgebiete für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Doch der Nutzungsdruck auf diese Gebiete hat stark zugenommen. In ihnen wird Motocross gefahren, Müll abgelagert, werden Hunde frei laufen gelassen und geschützte Bereiche zertrampelt. Der NABU Thüringen fordert deshalb dazu auf, die Gebote der Verordnungen der Naturschutzgebiete unbedingt zu beachten.

„Wir Menschen brauchen Naturräume als Orte der Erholung. Gerade jetzt in Anbetracht der Corona-Situation und auch sonst ist der Naturbezug wichtig, um Verständnis für den nachhaltigen Schutz der Natur zu entwickeln“, sagt Andreas Martius, Vorstandsmitglied des NABU Thüringen. „Das rechtfertigt es aber nicht, in Naturschutzgebieten abseits der Wege zu wandern und dabei Orchideen niederzutrampeln oder Hunde in Wiesenbrütergebieten frei laufen zu lassen, die Kiebitz, Feldlerche und Co. von ihren Gelegen herunter scheuchen.“

Laut dem NABU nehmen zum Beispiel im Naturschutzgebiet im Leutratal bei Jena die Anzahl der Trampelpfade in den Wiesen und die Liegeplätze der Fotografen, die Orchideen und Schmetterlinge fotografieren möchten, stark zu. Die Orchideenstandorte werden dadurch erheblich beeinträchtigt. Im angrenzenden Naturschutzgebiet Rothenstein wird sogar immer wieder Motocross gefahren.

Andreas Martius weiß aus dem Naturschutzgebiet am Frießnitzer See im Landkreis Greiz zu berichten: „Manche Hundebesitzer lassen ihre Hunde einfach in das Brutgebiet von Kiebitzen und anderen Bodenbrütern laufen. Die Vögel werden durch die frei laufenden Hunde nachhaltig gestört. In anderen Naturschutzgebieten kommt es auch immer wieder zu illegalen Müllkippen, die unsere Naturschätze, die wir eigentlich schützen wollen, gar nicht so gut aussehen lassen.“

Um Thüringens Naturschätze zu bewahren, fordert der NABU Thüringen für die Betreuung von Naturschutzgebieten Ranger einzusetzen und Konzepte zur Besucherlenkung in den Gebieten zu entwickeln. „Das Saarland hat für die Naturschutzgebiete mit großem Erfolg schon eine Naturschutzwacht etabliert. Ein ähnliches Modell könnten wir uns für Thüringen vorstellen. Dies wäre eine Aufgabe für die zukünftige Landesregierung. Die Ranger informieren und führen die Besucher, überwachen die Einhaltung der einzelnen Verordnungen und dokumentieren die Entwicklung der Arten und Lebensräume, so wie es in anderen Ländern dieser Welt schon gang und gäbe ist.“ Die Etablierung von Ranger in Naturschutzgebieten schafft zusätzliche Arbeitsplätze im ländlichen Raum, hilft mit, die Schutzgebietsverordnungen durchzusetzen und fördert zusätzlich den Tourismus. Ranger können den Besuch in einem Naturschutzgebiet zu einem Naturerlebnis der besonderen Art werden lassen. Sie kennen die Region und können eindrücklich über die dortige Pflanzen- und Tierwelt berichten.  „Gezielte Bildungs- und Naturerlebnis-Angebote können dazu beitragen die Natur wieder zu schätzen. Denn nur was man kennt, kann man auch schätzen und schützen.“

 

 

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