Naturschutz und Landwirtschaft – Hand in Hand

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Foto: Ina Liebetrau

Rüdigsdorf (red/NABU, 29. August). Zwei landwirtschaftliche Betriebe, aus Rüdigsdorf und Rohr, wurden jetzt für ihr Engagement im Naturschutz von Umweltverbänden und Vertretern des landwirtschaftlichen Berufsstandes feierlich mit der Auszeichnung „Natura-2000-Landwirt*in 2021“ geehrt.
Sie setzen sich über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen für den Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen innerhalb des Europäischen Schutzgebietsnetzwerkes „Natura 2000“ ein. Durch die extensive Bewirtschaftung von besonders schützenswerten Lebensräumen mit Schafen oder Rindern bewahren sie beispielsweise Flächen vor Verbuschung oder setzen gezielte Maßnahmen für den Artenschutz um.

Preisträger Meyk Forst vom „Berghof Forst“ beweidet auf ca. 100 Hektar Wiesen rund um Rüdigsdorf bei Nordhausen mit Schottischen Hochlandrindern und English Longhorns. Dazu gehören unter anderem auch Flächen im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Rüdigsdorfer Schweiz“. So bewahrt er ganzjährig nicht nur wertvolle Magerrasen vor der Verbuschung, sondern fördert auch den Lebensraum seltener Arten, beispielsweise die europaweit geschützte Gelbbauchunke im Bereich der Natura 2000-Station „Südharz/Kyffhäuser“. Mit seiner Arbeit trägt er aktiv zum Erhalt des Europäischen Naturerbes bei.

Dagmar Heimrich von der Agrargenossenschaft Rohr-Kühndorf e. G. wirtschaftet im Thüringer Grabfeld und wurde von der gleichnamigen Natura-2000-Station für die Auszeichnung vorgeschlagen. Auf 1.400 Hektar erhält ihr vielseitig aufgestellter Betrieb wertvolle Mager- und Trockenrasen mit über 1.300 Tieren. Die Schafe und Ziegen tragen durch Beweidung zum Erhalt wertvoller Trockenlebensräume bei und schützen so auch seltene Orchideen- und Tierarten. Zudem unterhält sie eine Milchtankstelle und ein Hofcafé. Ein geschlossenes System, das die Jury überzeugen konnte.

Hintergrund:
Seit 2018 werden landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen, die sich über die Maße für die Umsetzung der Natura-2000-Ziele einsetzen, öffentlichkeitswirksam prämiert.

Bei dieser Ehrung handelt es sich nicht um einen öffentlichen Wettbewerb. Vorschläge kommen aus dem Netzwerk der 12 Natura-2000-Stationen.

Die Vorschläge wurden durch eine Fachjury, bestehend aus dem Thüringer Bauernverband, dem Thüringer Ökoherz, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sowie den Trägern des Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen, dem BUND Thüringen, dem NABU Thüringen und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege bewertet.

 

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