Pandemie sorgt für mehr „Bewegung“

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Düsseldorf/Gotha (red, 18. April). Experten gehen davon aus, dass die Covid-19-Pandemie die Mobilität der Deutschen auch langfristig verändern wird.

Die Sparkassen DirektVersicherung AG (S-Direkt) wollte es ganz genau wissen und hat eine Umfrage zum Thema durchgeführt. „Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen lässt sich ein neues Mobilitätsverhalten der Bevölkerung beobachten. Seit einem Jahr werden viele Autos deutlich weniger bewegt als zuvor; Busse und Bahnen verzeichnen deutliche Passagierrückgänge“, berichtet Dr. Jürgen Cramer, Vorstandsmitglied der S-Direkt.

„Wie hat Corona Ihr Verkehrsverhalten beeinflusst? Benutzen Sie heutzutage einige Fortbewegungsmittel mehr oder weniger als früher?“ – so lautete die Fragestellung der S-Direkt. Abstimmen konnte jeder, der die Website der Versicherung besucht hat.

Das Ergebnis: Auto fahren 16 Prozent häufiger als vor Beginn der Pandemie. Bei 43 Prozent hat sich nichts geändert, während 37 Prozent ihren Wagen jetzt öfter stehenlassen. Nur vier Prozent fahren dieser Tage mehr mit Bus und Bahn.
Bei 35 Prozent ist alles wie immer und 45 Prozent haben sich von den öffentlichen Verkehrsmitteln abgewandt.
44 Prozent nutzen öfter das Fahrrad, ein Drittel (32 Prozent) verzeichnet keine Unterschiede und neun Prozent lassen das Rad jetzt häufiger stehen.

Unter den Fußgängern liegt der Anteil derjenigen, die sich jetzt mehr bewegen (41 Prozent) fast gleichauf mit denjenigen, die so viel laufen wie immer (45 Prozent). Sechs Prozent gehen nun weniger zu Fuß. Die jeweilige Differenz zum Wert 100 liegt in der Antwortoption „keine Angabe“ begründet.

Aufgrund von Homeoffice und Kurzarbeit sind viele Angestellten in den letzten Monaten zu Hause geblieben. Und auch den Feierabend verbringen die meisten Deutschen nach wie vor im eigenen Wohnzimmer. Hinzu kommen Planungsunsicherheiten und die Sorge, sich zu infizieren. „Das sind alles Faktoren, die die Entwicklung der Mobilität prägen. Da wundert es kaum, dass insbesondere der öffentliche Nahverkehr das Nachsehen hat. Der Individualverkehr wird präferiert und ist stark im Kommen“, kommentiert Cramer die Umfrageergebnisse.

Aus den Antworten lassen sich auch Tendenzen für künftige Entwicklungen in puncto Mobilitätsverhalten ableiten. Das Konzept „Homeoffice“ wird sich langfristig nicht in solcher Breite halten können und es werden auch wieder mehr Ausflüge unternommen werden. Da werden viele den Komfort des eigenen Wagens auch nach der Krise nicht missen wollen. Gleichzeitig haben einige Menschen die Vorteile für die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden erkannt, wenn sie sich selbst mehr bewegen – ein Plus für das Fahrrad und das Laufen. „Es wird nicht alles auf den Kopf gestellt werden, aber die pandemiebedingten Verhaltensänderungen könnten grundsätzlicheren Charakter haben“, so Cramer.

Ähnliche Ergebnisse zeigen Studien des ADAC, des DLR-Institut für Verkehrsforschung und Infas.

 

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