Vater der Gemeindepartnerschaft Wechmar-Hammersbach verstorben

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Wechmar (red/kk, 1. November). Am 24. Januar 1990 stand ein Fremder nach dem Seniorenfasching vor dem Gasthofsaal Wechmar und suchte einen jungen Mann, der dem Landrat des Main-Kinzig-Kreises den Wunsch nach einer Gemeindepartnerschaft angetragen hatte. Er fand den Gesuchten und stellte sich vor als Dirk-Jürgen Schäfer, Vorsitzender der Gemeindevertretung Hammersbach, einer Einheitsgemeinde in Hessen, die in den 1970er-Jahren aus den Orten Marköbel und Langenbergheim sowie Hirzbach und Baiersröderhof gebildet worden ist.

Schäfer hatte am Abend vorher vom Landrat persönlich vom Wechmarer Ansinnen erfahren und sich in Abstimmung mit Bürgermeisterin Helga Meininger spontan ins Auto gesetzt, um den unbekannten Ort im Bezirk Erfurt zu erkunden. Aus dem ersten Besuch wurde Liebe der ersten Stunde. Wenige Tage später kam bereits eine ganze Delegation von Hammersbachern mit Bürgermeisterin Meininger nach Wechmar, wurden vom Bürgerkomitee unter Leitung von Rudolf Kleineidam begrüßt und nahmen an der Gründung des SPD Ortsvereins Wechmar teil, der ersten demokratischen Partei des Dorfes. Fortan gab es eine enge Zusammenarbeit so nicht nur zur SPD sondern auch zum DRK Ortsverband, zu Umweltinitiativen, dem Kindergarten und dem Heimatverein. Nach den Kommunalwahlen 1990 unterstützte die Gemeinde Hammersbach den Aufbau der demokratischen Gemeindeverwaltung. Die Lebendigkeit der Partnerschaft bestätigten jährliche Besuche zu Volksfesten in beiden Orten und die Widmung eines „Saal der Partnerschaft“ im Rathaus Günthersleben-Wechmar mit den holzgeschnitzten Wappen aller Partnergemeinden und dem Triptychon „DREINSCHLAG“ von Lars Schüller.

Für seine jahrzehntelange kommunalpolitische Arbeit und seinen Beitrag zum Zustandekommen der ersten Gemeindepartnerschaft des Landkreises Gotha zum Partnerlandkreis Main-Kinzig-Kreis, ist Dirk-Jürgen Schäfer auf Vorschlag seiner Wechmarer Freunde vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland geehrt worden.

Gern wäre er am 7. Dezember 2020 in Wechmar gewesen, wenn das Jubiläum „30 Jahre Gemeindepartnerschaft Wechmar-Hammersbach“ ansteht, doch das Schicksal sah einen anderen Weg für ihn vor. Anfang des Jahres verunglückten er und seine Frau bei einer Autofahrt durch die Flur seiner Heimatgemeinde. Die schweren Verletzungen des Aufpralls ließen ihn nicht mehr erwachen, so dass sein 80. Geburtstag in der ersten Jahreshälfte ohne seine Anteilnahme verging. Auch seine Frau Ruth, die den Unfall gut überstanden und in all den Jahren seine gesellschaftliche Arbeit enorm förderte, starb unverhofft in diesem Jahr. Am 27. Oktober 2020 beschloss der „Fremde von 1990“ als „wahrer Freund“ seinen Lebensweg. Mit seinen Kindern trauert ein großer Freundeskreis in Wechmar, der gern aus den Anfängen Kraft für die Zukunft schöpft.

H&H Makler

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