Trockenheißer Juli erhöht nochmals Stress für den Wald

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Noch sind die forstlichen Saatgutlager für Wiederaufforstung und Waldumbau in der ThüringenForst-Darre in Fischbach gut gefüllt. Der bislang trockenheiße Sommer lässt die Hoffnung auf eine reiche diesjährige Saatguternte speziell bei Buche und Eiche aber schwinden. Foto: Katharina Reffelt

Gotha (red/hs, 12. August). Mit nur 38 Millimeter Niederschlag bringt der Juli über 50 % weniger Niederschlag im Vergleich zum Vorjahr. Damit sind im dritten Monat in Folge eklatante Niederschlagsdefizite in den heimischen Wäldern zu beklagen

ThüringenForst unterhält 15 Messstationen in den heimischen Wäldern. Dieses Messnetz liefert wertvolle Informationen zur Waldbodenfeuchte als wichtigem Indikator für den Zustand des Waldes und die Verbreitung forstlicher Schaderreger. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum folgte einem trockenen Mai (-46 %) ein trockener Juni (-66 %) und nun ein trockener Juli (-52 %). Mit einer Monatsmitteltemperatur von 18,8 °C war es im Juli um 1,4° C zu warm, bezogen auf die Referenzperiode 1981-2010. Tageweise wurden in der dritten Juliwoche Temperaturspitzenwerte bis 39 °C, etwa in Artern, Mühlhausen und Olbersleben, gemessen.

„Die anhaltende Bodentrockenheit im Wald hat inzwischen dramatische Ausmaße angenommen“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. An vielen Waldstandorten ist im Hauptwurzelraum der Bäume bis ein Meter Tiefe schon seit Wochen kein Wasser mehr vorhanden. An Bergkuppen, an Wegrändern und in Laubholzbeständen nehmen die Trockenschäden derzeit rasant zu. Bäume werfen ihr Laub ab, Birken und Lärchen verfärben gelb. Bei Buche und Eiche beobachten die Forstexperten den vorzeitigen Abwurf dringend benötigten Saatgutes. Erhebliche Trockenschäden finden sich an Forstkulturen wie auch in der Naturverjüngung. Von den 15 Waldmessstationen zeigen 14 extrem hohe, sehr hohe oder hohe Trockenstressgefahr für die Bäume an. Einzig die Station Dillstädt bei Suhl signalisiert eine mittlere Trockenstressgefahr.

 

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