Für die Mitarbeiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreisgesundheitsamts (SPDi) beginnt die Arbeit oftmals erst dann, wenn andere mit ihrem Latein am Ende sind. Sie werden gerufen, sobald Menschen mit psychischen Auffälligkeiten aufgegriffen werden oder extremen Situationen wie Notlagen oder Schockerlebnissen ausgesetzt sind, die sie aus eigener Kraft mental nicht bewältigen können.
„Im Gegensatz zu anderen Helfern wie Polizei oder Notärzten, die einsatzbezogen arbeiten, bleiben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im Nachgang an den Betroffenen dran und begleiten sie in der Regel auch nach der akuten Situation“, beschreibt Gesundheitsamtsleiterin Andrea Lein das Aufgabenfeld.
Vor allem bei der so genannten Krisenintervention ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. „Die Wahl der Mittel ist in der Regel ein persönliches Gespräch“, sagt Lein. „Wir stellen den direkten Kontakt zu dem Erkrankten her und versuchen seine seelische Verfassung einzuschätzen, sofern das möglich ist.“ Erst in einem zweiten Schritt kann dann über mögliche Hilfs- oder Therapieangebote nachgedacht werden.
Allerdings umfasst nicht allein die Krisenintervention, zu der die sechs Sozialarbeiter und Ärzte 2012 insgesamt 1.156 Mal ausrücken mussten, das Leistungsspektrum des SPDi. Den größten Teil der Arbeit macht die Vor- und Nachsorge der Betroffenen aus. 6.511 Hausbesuche und Konsultationen im Amt zählte die Auftragsstatistik im vergangenen Jahr – Tendenz steigend. Diesen Trend belegt auch die Zahl der Klienten des SPDi: 865 psychisch kranke Menschen wurden 2012 betreut, davon 501 Personen erstmalig. In 60 Fällen erstellte der SPDi Gutachten über den Zustand der Patienten, die schließlich die Grundlage für weitere Behandlungsschritte bildeten.
Wann die Kolleginnen und Kollegen des SPDi hinzugezogen werden, hängt bisweilen auch von äußeren Faktoren, beispielsweise der Jahreszeit oder dem Wetter, ab. Dabei werden die Ärzte und Sozialarbeiter nicht ausschließlich von der Polizei oder Notdiensten gerufen. „Oft fordern uns auch Krankenhäuser oder andere offizielle Stellen an“, weiß Andrea Lein aus Erfahrung. Die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Stellen hat sich in den vergangenen Jahren ihrer Ansicht nach bewährt.






















