Eine Reise durch die russische Musikgeschichte unternimmt die Thüringen Philharmonie am Donnerstag, dem 9. Februar, im Gothaer Kulturhaus. Auf dem Programm stehen ausschließlich Werke russischer Komponisten. Das Konzert mit Chefdirigent Stefanos Tsialis am Pult der Philharmonie beginnt um 20.00 Uhr.
Nach der Eröffnung durch die Ouvertüre zu Nikolai Rimsky-Korssakoffs Oper „Die Mainacht“ erklingt das Violoncellokonzert Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch. Als Solist ist der junge Cellist Gabriel Schwabe zu Gast, der trotz seiner erst 23 Jahre bereits eine internationale Karriere aufweist. Den Abschluss bildet die selten gespielte Sinfonie Nr. 2 von Peter Tschaikowsky mit dem Beinamen „Die Kleinrussische“.
Nikolai Rimsky-Korssakoff ist berühmt geworden durch seine Instrumentalwerke wie „Der Hummelflug“, „Russische Ostern“ oder die „Scheherazade“. Weniger bekannt hingegen sind seine 15 Opern, die allesamt auf literarischen Vorlagen der großen russischen Dichter wie Gogol oder Puschkin basieren. Der Text zur 1879 entstandenen „Mainacht“ ist ebenfalls von Nikolai Gogol und stammt aus dem Sammelband „Abende auf dem Weiler bei Dikanka“ (1831/1832). Mit diesen Erzählungen führte sich Gogol in die russische Literatur ein, sie wurden vom zeitgenössischen russischen Publikum begeistert aufgenommen. Rimsky-Korssakow hat in seiner Operdie Vorlage ohne wesentliche Einschnitte unmittelbar umgesetzt und trifft die unterschiedlichen Charaktere und Situationen zielsicher mit seiner musikalischen Beschreibung.
Fast 80 Jahre später, 1966, entstand Dmitri Schostakowitschs Violoncellokonzert Nr. 2 g-moll op. 126. Der Solist bei der Uraufführung war der weltberühmte Cellist Mstislaw Rostropowitsch, der über das Werk meinte: „Was die Virtuosität angeht, ist das zweite Konzert weniger bemerkenswert als das erste, aber seine Tiefgründigkeit ist ohnegleichen. Im ersten, hauptsächlich lyrischen Satz kommt es zu einem ungeheuer eindrucksvollen Höhepunkt, an dem einem das Cello buchstäblich das Herz zerreißt“.
Peter Tschaikowsky verbrachte die Sommermonate 1872 auf dem Landgut seiner Schwester in der Ukraine. Dort lernte er die Eigenheiten der ukrainischen Volkslieder kennen, die einen tiefen Eindruck bei ihm hinterließen. Bei Volksfesten und privaten Feiern notierte er in seinem Skizzenbuch Melodien und Lieder, die in seine Sinfonie Nr. 2 c-moll op. 17 eingeflossen sind. Zu hören sind neben dem populären „Wolgalied“ weitere Volkslieder, heitere Volkstänze und ein Hochzeitsmarsch. Die Ukraine wurde zu Zeiten Tschaikowsky, sehr zum Unwillen der Ukrainer, „Kleinrussland“ genannt, daher der Beiname der Sinfonie „Die Kleinrussische“.
Karten für das Konzert A6 sind in der Gotha-Information (Tel. 03621-50785712), online über www.proticket.de sowie an der Abendkasse erhältlich.
Foto: Gabriel Schwabe






















