2015 ganz im Zeichen von Lucas Cranach dem Jüngeren

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20-jähriges Jubiläum der letzten großen Cranach-Ausstellung auf Schloss Friedenstein. 2015 wird ganz im Zeichen von Lucas Cranach dem Jüngeren stehen, der 1515 geboren wurde. Die große Gothaer Ausstellung „Bild und Botschaft. Cranach im Dienst von Hof und Reformation“ wird am 29. März 2015 im Herzoglichen Museum eröffnet.

Bis dahin werden die Mitarbeiter der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha regelmäßig einige interessante Geschichten und Aspekte zu Lucas Cranach dem Älteren, Lucas Cranach dem Jüngeren sowie aus dem Umfeld ihrer berühmten Werkstatt veröffentlichen. Den Anlass zum Auftakt bilden der 531. Geburtstag Martin Luthers und das 20jährige Jubiläum der letzten großen Cranach-Ausstellung auf Schloss Friedenstein Gotha.

In diesem Tagen wimmelt es nur so von bedeutenden historischen Daten: Am 9. November fiel vor 25 Jahren die Mauer in Deutschland, die Pogromnacht 1938 jährt sich zum 76. Mal und nun, am 10. November, begeht Martin Luther seinen 531. Geburtstag.
Anlass genug, an das bevorstehende Luther-Jahr 2017 – 500 Jahre Reformation zu denken – und an dessen Freund Lucas Cranach den Älteren, der das Bildnis Martin Luthers prägte.

Zuletzt wurden die Werke des großen Malers der Renaissance 1994 in mehreren Ausstellungen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen präsentiert. Fünf Jahre nach der Wiedervereinigung war dem Künstler erstmals in West- und Ostdeutschland gemeinsam eine würdige Bühne bereitet worden. Auch in Gotha wurde vor 20 Jahren eine erfolgreiche Cranachausstellung gezeigt, die die hiesigen Bestände erstmals wieder einer gesamtdeutschen und auch internationalen Öffentlichkeit ins Gedächtnis rief.

Somit begeht die Stadt derzeit ein weiteres, ein eigenes Cranach-Jubiläum, und zwar just in dem Moment, in dem viele Mitarbeiter der Stiftung Schloss Friedenstein erneut eine große Cranach-Ausstellung vorbereiten. Diese wird am 29. März 2015 (dem 500. Geburtstag Lucas Cranachs d. J.) im Herzoglichen Museum Gotha aus Anlass des Thüringer Themenjahres „Bild und Botschaft“ eröffnet. Wie schon 1994 wird Cranach erneut als Künstler des Hofes und der Reformation gezeigt. Besondere Beachtung finden dabei die Mittel der Kunst im Zeitalter der Reformation, die als Propaganda-Instrument für diese neue christliche Bewegung genutzt wurden. Dabei werden in der bevorstehenden Sonderausstellung nicht nur die eigenen Bestände präsentiert, sondern durch zahlreiche nationale und internationale Leihgaben (unter anderem aus den USA, der Tschechischen Republik und Dänemark) bereichert.

1994 wurden dagegen fast ausschließlich Werke aus den eigenen Beständen der herzoglichen Kunstsammlungen Gotha präsentiert. Die Sonderausstellung „Gotteswort und Menschenbild. Werke von Cranach und seinen Zeitgenossen“ wurde damals im Geheimen Ratsarchiv, der Kirchgalerie sowie im Nordflügel des Schlosses gezeigt und bildete zugleich den Auftakt der Neugestaltung der im Schlossmuseum gezeigten Abteilung Mittelalter und Renaissance. Dabei wurde der Gothaer Flügelaltar mit 160 Einzelbildern zum ersten Mal in voller Größe gezeigt.

Über die bedeutende Cranachsammlung von Schloss Friedenstein Gotha berichteten damals nicht nur überregionale Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, sondern auch internationale Blätter wie die Spanische Zeitung „Restaurari“, das französische Beaux Arts Magazine sowie der niederländische „de Standaart“. Zahlreiche Kataloge wurden zudem in die USA verkauft. Dieser Katalog (er kostete damals übrigens 48 DM) genießt bis heute bei Cranachforschern einen exzellenten Ruf und findet sich noch immer in jeder Hochschulbibliothek. Zugleich war es Auftakt einer „Wiederentdeckung“ der bedeutenden Gothaer Sammlung, die mit 29 Gemälden neben Dresden (65 Gemälde) und Weimar (28 Gemälde) zu den größten des deutschsprachigen Raumes gehören.

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