„37 Millionen-Euro-Erbschaft“: Frau aus Jena lehnt ab und tut gut daran

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Keine Seltenheit sind E-mails, in denen man in schlechtem Deutsch benachrichtigt wird, dass jemand in den Besitz mehrerer Millionen  gekommen ist und man dazu beitragen kann, das Geld am Zugriff der Regierung vorbei an die richtige Adresse zu transferieren.

Für die Hilfe werden dabei 10 oder 20 Prozent des Betrages versprochen, was bei einigen Millionen immer noch ein nettes Sümmchen darstellt. Gute Spamfilter sortieren solche E-Mails gleich aus. Sie erkennen, dass hier gewiefte Betrüger auf Dummenfang gehen und darauf hoffen dass wenigstens einer von tausend Empfängern darauf hereinfällt und sich meldet. Dahinter steckt die Masche, dass derjenige, der reagiert, persönliche Daten preisgibt, in dem Falle seinen  Kontodaten. Und anstatt Geld zu erhalten, wird erstmal welches verlangt.

Da seien Bankgebühren zu bezahlen oder Notare. Am Ende haben die Opfer statt der erwarteten Millionen ihr Geld verloren. Die Betrüger setzen dabei auf die Gier der Menschen, die manchmal deren gesunden Verstand und auftauchende Bedenken außer Kraft setzt. Bei der Kriminalpolizei wird diese Betrugsmasche, die es schon mehr als 20 Jahre gibt, ihrer Herkunft nach unter „Nigeria-Connection“ zusammengefasst, auch wenn die Täter mittlerweile aus ganz anderen Ländern kommen.

Etwas aufwändiger für solche Betrüger ist es, Briefe zu versenden. Allerdings sehen die auch besser aus als eine e-mail, haben einen richtigen Briefkopf und verursachen Porto-Kosten. Alles Details, die eine gewisse Seriosität vertäuschen. Eine Jenaerin erhielt kürzlich einen solchen Brief und fand, dass eine Warnung vor solchen Machenschaften wieder einmal angebracht sei.

In dem Brief teilt ihr ein Rechtsanwalt aus den Arabischen Emiraten mit Büro in Zypern mit, dass ein berühmter Mandant von ihm verstorben sei, der zufällig denselben Namen wie die Jenaerin hat. Außerdem gäbe es kein Testament für dessen Erbe von 37 Millionen US-Dollar, auf das der Rechtsanwalt Zugriff hat und das er nun der Jenaerin anbietet. 40 Prozent der Millionen könnten bald ihr gehören, weitere 40 Prozent beansprucht er selbst und die restlichen 20 Prozent sollen an eine gemeinnützige Organisation gehen.

Die angegebenen Kontaktdaten in dem Brief sind aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Telefonnummern aus Zypern und die Briefmarke aus Rumänien. Besagte Rechtsanwaltskanzlei findet man mit eigener Website im Internet. Das könnte bedeuten, dass der Name einer real existierenden Kanzlei von gewieften Betrügern missbraucht wurde. Oder aber die Website ist genauso erfunden wie der angebliche Rechtsanwalt und dient einzig dem Zweck, Seriosität vorzutäuschen, da mittlerweile jeder eine Information erstmal „googelt“.

Die Jenaer Polizei warnt einmal mehr davor, auf solche Angebote einzugehen. Sie gehören direkt in den Papierkorb – den echten im Falle von Briefen, oder den virtuellen im Computer, Tablet-PC oder Smart-phone.

Autorin: Steffi Kopp

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