Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Gotha Januar 2013

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Saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit

„Der Winter mit Kälte und Schnee zeigt seine Spuren auf dem Arbeits-markt. Hinzu kommt, dass zum Jahresende zahlreiche befristete Beschäf-tigungsverhältnisse ausgelaufen sind. Dies alles führte zu einem saisonal üblichen Anstieg der Arbeitslosen. Zwar lag die Zahl der Arbeitslosen im Januar deutlich über dem Vormonat, aber wir können feststellen, dass der Bestand auf dem Niveau des Vorjahres lag. Die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt beruht daher auf einem saisonalen Effekt, den wir jedes Jahr beobachten können“, sagte Ina Benad, Vorsitzende der Geschäfts-führung der Agentur für Arbeit Gotha.

Die Eurokrise und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung der Unter-nehmen sind weiterhin deutlich zu spüren. Die Kräftenachfrage, insbeson-dere bei Helfertätigkeiten, ist gesunken. „Die Unternehmen meldeten uns 10 Prozent weniger offene Stellen als im Vorjahr. Ebenso sank der Be-stand an offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent. Die Chance eine neue Beschäftigung zu finden, ist damit schwieriger als im Vorjahr“, sagte Ina Benad.

„Erfreulich ist, dass weniger Arbeitslosmeldungen im Januar zu verzeich-nen waren als im Vorjahr. Dies zeigt, dass die Unternehmen auch in wirt-schaftlich angespannten Zeiten daran interessiert sind, ihre Fachkräfte zu halten. Die bestehenden Beschäftigungsverhältnisse sind daher als relativ stabil anzusehen“, betonte Ina Benad.

Arbeitslosigkeit liegt auf Vorjahresniveau
Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Gotha stieg im Januar auf 11,5 Prozent an und lag damit 1,3 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Ge-genüber dem Vorjahr lag die Arbeitslosenquote nahezu unverändert. Im Januar 2012 betrug diese im Agenturbezirk Gotha 10,3 Prozent. In Thü-ringen betrug die Arbeitslosenquote im Januar 9,5 Prozent.

Viel Dynamik am Arbeitsmarkt
Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Gotha ist von einer hohen Dynamik geprägt, die im Januar zugenommen hat. „Arbeitslosigkeit ist keine feste Größe, sondern unterliegt einer permanenten Veränderung. So meldeten sich im Januar  fast 5.675 Menschen aus der Arbeitslosigkeit ab bzw. an. Dies bedeutet, dass sich bei 42 Prozent der Kunden eine Veränderung er-geben hat“, so Ina Benad.

Im Januar waren 13.550 Personen arbeitslos gemeldet, 1.500 mehr als im Dezember 2012, aber ebenso viele wie im Vorjahresmonat.

In diesem Monat meldeten sich 3.575 Menschen im Agenturbezirk
arbeitslos, 650 mehr als im Dezember, aber 450 weniger als im Vorjahr. Der Anteil der arbeitslosen Männer stieg auf 55 Prozent an, da insbeson-dere Arbeitnehmer aus dem Baubereich und dem verarbeitenden Gewer-be betroffen waren.
Rund 2.050 Menschen meldeten sich aus einer Beschäftigung am 1. Ar-beitsmarkt arbeitslos. Die Zahl derer, die sich nach einer Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos meldeten, sank damit um 250 Personen gegen-über dem Vorjahr. Am meisten betroffen waren Beschäftigte aus dem Baugewerbe (500 Personen), der Zeitarbeit (300 Arbeitnehmer), dem ver-arbeitenden Gewerbe (225 Arbeitnehmer), dem Handel (158 Arbeitneh-mer) und dem Bereich Lager/Logistik (150 Personen).

Mehr als 2.100 Frauen und Männer beendeten im Januar ihre Arbeitslo-sigkeit. Das waren 150 weniger als im Vormonat und 75 weniger als im Vorjahr. 575 Frauen und Männer fanden eine neue Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt. Dies waren ebenso viele wie im Vormonat und 50 weniger als vor einem Jahr.

Ausbildungsstand und Dauer der Arbeitslosigkeit
Rund 79 Prozent der im Januar gemeldeten Arbeitslosen besitzen eine abgeschlossene Berufsausbildung. 2.675 Arbeitslose haben keine abge-schlossene Berufsausbildung und werden zum überwiegenden Teil von den Jobcentern betreut.

Im Januar waren 52,9 Prozent unter 6 Monaten arbeitslos, 13,4 Prozent zwischen 6 bis 12 Monate arbeitslos und 33,8 Prozent zählten mit einer Dauer von über einem Jahr als langzeitarbeitslos.

Offene Stellen auf niedrigem Niveau
Im Januar wurden 400 offene Stellen neu gemeldet, 125 weniger als im Vormonat und 50 weniger als im Vorjahr.
Der Agentur für Arbeit Gotha liegen 915 Stellen zur Besetzung vor, 30 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die meisten gemeldeten Stel-len gibt es aktuell in der Zeitarbeit (245), im verarbeitenden Gewerbe (111), im Gesundheits- und Sozialbereich (89), im Handel (82), im Baube-reich (78). Weitere Stellen gibt es im Gastgewerbe sowie und im Bereich Verkehr/Logistik. Die Unternehmen suchen fast ausschließlich gelernte Fachkräfte.

Regionale Differenzierung
Die unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der beiden Landkreise im Agenturbezirk Gotha zeigen sich auch in der Arbeitslosen-quote. So lag der Landkreis Gotha mit 8,8 Prozent unter dem Durchschnitt Thüringens (9,5 Prozent), während der Unstrut-Hainich-Kreis mit einer Quote von 12,5 Prozent über dem Durchschnitt von Thüringen liegt.

Im Unstrut-Hainich-Kreis stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat deutlicher an (+ 1,5 Prozentpunkte) als im Landkreis Gotha
(+ 0,9 Prozentpunkte). Beide Landkreise liegen nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (Unstrut-Hainich-Kreis + 0,1 Prozentpunkte ; Landkreis
Gotha + 0,2 Prozentpunkte).

Im Landkreis Gotha waren 6.450 Menschen arbeitslos, 650 mehr als im Vormonat und 100 mehr als im Vorjahr.

7.100 Arbeitslose gab es im Januar im Unstrut-Hainich-Kreis, 825 mehr als im Vormonat, aber 50 weniger als im Vorjahr.

Unterbeschäftigung auf Vorjahresniveau
Durch die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt stieg auch die Un-terbeschäftigungsquote im Agenturbezirk gegenüber dem Vorjahr an. Sie liegt mit 12,3 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres (12,6 Pro-zent). Laut Unterbeschäftigungsstatistik suchten rund 16.350 Menschen eine neue Arbeit.
In der Unterbeschäftigung werden neben Arbeitslosen auch Teilnahmen an Trainingsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten, beruflicher Weiterbildung, vorruhestandsähnliche Regelungen und Arbeitsunfähigkeit erfasst.

Arbeitsagentur und Jobcenter
Rund 36 Prozent der Arbeitslosen wurden im Januar von der Agentur für Arbeit betreut, 64 Prozent sind in der Zuständigkeit der Jobcenter.
„Gegenüber Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Agentur für Arbeit stärker an als im Bereich der Jobcenter. Arbeitnehmer, die sich nach einer Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt arbeitslos melden, ha-ben in der Regel einen Anspruch auf Arbeitslosengeld und melden sich daher bei der Agentur für Arbeit arbeitslos“, sagte Ina Benad.
Im Januar wurden 4.900 Menschen (+ 1.100 zum Vormonat) von der A-gentur für Arbeit Gotha und 8.650 Personen (+ 400 zum Vormonat) von den Jobcentern betreut.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen, die von der Agentur für Arbeit betreut werden, um mehr als 500 Personen an, während die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern um 475 Personen sank.

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