Da war mehr drin

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Mit einem 2:2 trennte sich der FF USV Jena am Samstag vom SC Freiburg. Erst ein umstrittener Strafstoß in der Schlussphase brachte die Gastgeberinnen noch von der Siegerstraße ab.  

Jena. „Manche Pfiffe kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Die Schiedsrichterin hat schon sehr interessante Entscheidungen getroffen. Wir laufen, kämpfen und arbeiten, werden aber so am Ende nicht dafür belohnt. Dennoch ist es ein gerechtes Unentschieden. Wir richten unseren Fokus jetzt komplett auf das nächste Spiel in Essen“, machte Daniel Kraus nach der Partie seiner Unzufriedenheit etwas Luft.

Grund zur Kritik am eigenen Team hatte der Jenaer Coach aber bereits kurz nach dem Anpfiff. Denn Freiburg machte mit dem ersten Vorstoß alle guten Vorsätze der Gastgeberinnen zu nichte. Ganze 18 Sekunden waren abgelaufen, da zappelte ein straffer Schuss von Nationalspielerin  Melanie Leupolz im Netz hinter Stenia Michel.

Jena lief also einmal mehr einem frühen Rückstand hinterher, ließ sich aber davon nicht beeindrucken. Vor allem über die Flügel suchten die Saalestädterinnen ihr Glück. Anfangs fehlte jedoch beim letzten Abspiel die Genauigkeit. Zudem funktionerte Freiburgs Abseitsfalle gut.

Das offensive Bemühen der Gastgeberinnen wurde nach gut 20 Minuten endlich belohnt. Julia Arnold setzte auf Höhe der Strafraumkante bei einem Angriff nach, Amber Hearn lauerte auf rechts und erlief sich den Ball. Ohne viel Federlesens versenkte Jenas Nummer 10 die Kugel zum umjubelten 1:1 im Freiburger Tor. Der Treffer gab den Gastgeberinnen sichtlich Auftrieb. In der Folge erarbeitete sich das Team von Daniel Kraus einige Möglichkeiten. Vor allem bei Standards wie Eckbällen brannte es immer wieder vor dem Gästegehäuse. Glück hatte der FF USV bei einem der nun zahlreichen Konter der Freiburgerinnen, als Sandra Starke ein Solo mit einem Schuss neben das linke obere Toreck abschloss.

Nach der Pause setzten die Gegner ihren zu jeder Zeit fairen Schlagabtausch fort. Jena zeigte sich weiterhin etwas aktiver, ließ aber bei zahlreichen Aktionen noch zu oft die letzte Genauigkeit fehlen. Erneut musste ein Standard herhalten, um nach gut einer Stunde wirkliche Brisanz in den Strafraum der Gäste zu bekommen. Iva Landeka zirkelte einen Freistoß von halbrechts an den langen Pfosten, wo sich Abby Erceg in die Höhe schraubte und zum 2:1 einköpfte.

Jena gelang es in der Folge gut, das Spiel zu kontrollieren. Die Abwehr stand und Freiburger Möglichkeiten blieben so Mangelware. Im Spiel nach vorne zeigten sich aber weiterhin die bekannten Mängel. Ein dritter Treffer, der dem Jenaer Spiel die nötige Sicherheit gegeben hätte, lag selten in der Luft.

Vielmehr bekamen die Gäste in der Schlussphase wieder etwas Aufwind. Als nach einem Vorstoß eine Freiburgerin im Strafraum fiel, zeigte die Unparteiische auf den Elfmeterpunkt.  Stenia Michel tauchte zwar in die richtige Ecke ab, konnte aber nicht entscheidend in den Schuss von Juliane Maier eingreifen – 2:2.

Die letzte gute Möglichkeit auf einen Dreier eröffnete sich den Gastgeberinnen zehn Minuten vor dem Ende. Benkarth hatte einen Ball außerhalb des Strafraumes mit der Hand aufgenommen, sah dafür aber nur die gelbe Karte. Den fälligen Freistoß hämmerte Caro Schiewe vom 16-Meter Raum gut einen Meter über die Querlatte.

Jena: S. Michel – A. Erceg; L. Brosius; C. Schiewe; J. Arnold; S. Löser; L. Seiler; I. Landeka; V. Müller; A. Hearn; C. Julien (80. L. Lagaris)

Tore: 0:1 (1.) M. Leupolz; 1:1 (21.) A. Hearn; 2:1 (61.) A. Erceg; 2:2 (FE, 74.) J. Maier

Zuschauer: 270

Text: S. Winkler/R. Triesch

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