Entführung in den Serail

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Nach dem erfolgreichen Gastspiel im vergangenen Jahr spielt das Bundesjugendorchester am 06.04.2013 um 19.30 Uhr erneut in der Weimarhalle. Auch diesmal wird das Konzert wieder durch engagierte Musiker aus dem Jugendorchester der Musik- und Kunstschule Jena unterstützt und ermöglicht.

Unter der Leitung des britischen Dirigenten Howard Griffiths werden sowohl Werke von Komponisten aus dem osmanisch-nordafrikanischen Kulturraum erklingen, wie auch Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Maurice Ravel, die kompositorische Merkmale aus anderen Kulturräumen aufgreifen.

Mozart schrieb am 1. August 1781 über seine Ouvertüre zur Oper „Die Entführung aus dem Serail“ an seinen Vater „….die Ouvertüre ist ganz kurz, wechselt immer mit forte und piano ab; wobey beym forte allzeit die türkische Musick einfällt“. Das Bundesjugendorchester hat diesen Hinweis Mozarts wörtlich genommen: Mozarts Ouvertüre entführt zunächst aus dem Serail, doch einige musikalische Veränderungen am Ende der Ouvertüre führen wieder zurück: die Janitscharenmusik in Mozarts Ouvertüre trifft auf unregelmäßige Rhythmen türkischer Musik und mündet in eine osmanisches Klangfeuerwerk, in das sich nach und nach arabisch, maurische Rhythmen mischen, die den Boléro von Maurice Ravel vorbereiten. Die jungen Musiker des Bundesjugendorchesters werden diese Klangfarben weiterentwickeln, so dass es zu ganz eigenen Impulsen und Interpretationen kommen wird. Ein spannender Mix aus fremder und vertrauter Musik.

Angeleitet werden die Musiker von dem türkisch-deutschen Rahmentrommelspieler Murat Coşkun und Derya Türkan an der Kemençe. Murat Coşkun: „Ich habe mittlerweile nicht mehr das Bedürfnis, westliche und östliche Musik zu trennen. Für mich gibt es Brücken. Wenn man diese Brücken gefunden hat, kann man sie hin und her gehen, sie werden vertraut. Man muss sie nicht mehr suchen, sondern geht selbstverständlich darüber“.

Mächtige Sultane, ein blühender Handel und prächtige Bauten: Die Einflüsse aus dem osmanisch-nordafrikanischen Kulturraum sind bis heute weithin spürbar, auch in der klassischen Musik. Nicht nur, dass die „Vorväter“ der uns bekannten Violine, Gitarre, Pauke oder Posaune auf diese Kulturkreise zurückgehen, auch rhythmisch haben sich Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart inspirieren lassen. In der diesjährigen Oster-Arbeitsphase begibt sich das Bundesjugendorchester auf eben diese Klangspuren und setzt damit einen neuen Fokus in seinem interkulturellen Engagement.

Karten erhalten Sie in der Tourist Information Weimar (03643/745-745) sowie in der Jena Tourist-Information (03641/49 80 60).