Raus aus der Provinzialität und mit großen Schritten auf nach Europa, so könnte man mit Stolz auf die letzten 365 Tage blicken. „2013 war für die Residenzstadt Gotha wahrhaft ein europäisches Jahr“ resümiert Oberbürgermeister Knut Kreuch rückblickend.
Mit der 50. EUROPEADE, der Eröffnung des Herzoglichen Museums und der Verleihung des EUROPA-Diploms der Europäischen Union konnte Gotha drei moderne europäische Akzente setzen.
Wenn die europäische Bildungsnation beim Gedanken an Gotha immer wieder die Astronomie, die Kartografie oder das Krematorium als europäische Meisterleistungen bezeichnet, so versteht es das kleinstädtische Gemeinwesen seit einigen Jahren immer stärker, die Impulse der Geschichte als Standortvorteile der Zukunft auszubauen. Dazu nur ein Beispiel: Der „GOTHA“, jenes Stammbuch der Genealogie in Europa, wurde 2013 mit einem Festakt anlässlich seines 250. Geburtstages im Ekhoftheater gewürdigt. Genau zu diesem Anlass konnte die Bekanntgabe erfolgen, das ab 2015 wieder der „GOTHA“ erscheint und seine erste Präsentation in Gotha erleben soll, damit ist ein Grundstein für die internationale genealogische Forschung in Gotha gelegt worden. Thüringens Wissenschaftsminister Christoph Matschie hat 2013 in Gotha die Gründung eines Forschungszentrums zum Protestantismus bekanntgegeben der größten Bürgerbewegung Europas seit 500 Jahren.
Selbst der „Herr von Boilstädt“, die Entdeckung des Jahres oder besser gesagt die Überraschung des Jahres, ist ein Fund von europäischer Dimension, denn bisher wurde noch nie ein Grab der europäischen Völkerwanderung in dieser Qualität und Zusammensetzung entdeckt. Der Weiterbau der Straße lässt jedoch noch auf Weiteres hoffen.
Doch auch wirtschaftlich war Gotha 2013 richtig europäisch erfolgreich. Schmitz-Cargobull, dem größten Nutzkraftwagen-hersteller in Europa, konnte durch Stadtratsbeschluss ein Grundstück zur zukunftsfähigen Erweiterung verkauft werden. Die ZF AG in Gotha, Teil des größten Getriebeherstellers in Europa, hat mehr als einhundert neue Arbeitsplätze in Gotha geschaffen. ENERCON, der größte Windkraftanlagenhersteller in Europa, hat in Gotha 75 Beschäftigte und seinen Standort zu einem modernen Standort ausgebaut. In der Südstraße hat sich ein neues produzierendes Schweizer Unternehmen angesiedelt.
„Die 50. Europeade hat die Weltoffenheit, das Flair Europas und die Kameradschaft der Menschen nach Gotha gebracht. Die Stadt ist erwacht, hat sich auf den europäischen Weg gemacht, den vor 400 Jahren bereits Herzog Ernst der Fromme auf seine Weise beschritten hat. Wir regeln heute unser Zusammenleben nicht in den Wohnstuben, sondern in den Begegnungen mit Menschen“ ist sich Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch sicher, denn er weiß, auch 2014 wird es in Gotha richtig brummen.






















