Kaum beginnt ein neues Jahr, da lässt es sich Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch nicht nehmen und formuliert Ziele für das laufende Jahr. Besonders überzeugend dabei, dass es Kreuch in den letzten acht Jahren immer wieder verstanden hat, diese Ziele zu überbieten und weitere Projekte zu verwirklichen.
Die Bürger zu informieren, sie mitzunehmen auf den Weg zur lebens- und liebenswerten Heimatstadt Gotha, das ist dem Oberbürgermeister seit seinem Amtsantritt 2006 wichtig. Die Gothaerinnen und Gothaer können stolz sein, denn immer mehr erhalten sie Lob dafür, wie sich Gotha verwandelt hat. In diesem Jahr darf das Stadtoberhaupt mit dem Team der Stadtverwaltung und einem großen Teil der ihn aktiv unterstützenden Stadträte auch den Erfolg jahrlanger Arbeit und Bemühungen einfahren und so stehen natürlich die großen Bauprojekte für Kreuch wieder im Mittelpunkt.
Die vier Großprojekte
1. Eröffnung des Sport- und Familienbades im Stadt-Bad Gotha
Am 19.04.2014 öffnet das Stadt-Bad Gotha seine Türen. Der Bau dieses Bades war die größte und komplexeste Bauleistung, die die Stadt Gotha seit 1990 zu bewältigen hatte. „Mit 19 Millionen Euro ist dieser Bau auch eine der teuersten Investitionen, doch jeder Cent ist hier gut angelegt“, so der Oberbürgermeister. Statistisch ist das Bad mit 2.321 Euro Baukosten pro Quadratmeter weit unter dem Durchschnitt neu erbauter Bäder. Mit Eintrittspreisen ab 4,50 Euro, einer tollen Saunalandschaft, Schwimmzeiten für Schüler und Vereine sowie genügend Freiräumen für die körperliche Ertüchtigung der schwimmenden Familie bietet das Bad alles, was Gothas Bürger in den nächsten 20 Jahren benötigen.
2. Stadtbibliothek im Winterpalais
„Auferstanden aus Ruinen“ müsste man ausrufen, wenn man ab 29.03.2014 die neue Stadtbibliothek „Heinrich Heine“ in Winterpalais, Hofgärtnerhaus und Friede-Springer-Bau betreten darf. Das viele Jahre dem Verfall und letztlich dem Abriss preisgegebene Gebäude konnte durch ein kluges Nutzungskonzept in der Gothaer Innenstadt erhalten werden. Es gibt Gotha außerordentlich viel zurück vom Flair einer aufstrebenden Residenzstadt. Als Lern- und Bildungsort wird die Bibliothek in den nächsten Jahren eine landesweite Funktion übernehmen.
3. Modernes Kino-Center als Entwicklungsimpuls für Gartenstraße
In enger Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und einem privaten Investor ist es gelungen eine Investition von sechs Millionen Euro privatem Kapital für Gotha zu binden, damit im Herbst 2014 in der Gartenstraße eines der modernsten Kinos in Thüringen eröffnet werden kann. „Kinos ziehen junge Leute in die Stadt und machen die Stadt mobil“ ist sich Oberbürgermeister Kreuch sicher, der schon 1991 dabei war, als der jetzige private Investor im Gothaer Kulturhaus die damals modernsten Kinos Thüringens baute.
4. Erschließung der Gewerbestandorte Gothas
Mit der Fertigstellung der Umfahrung von Sundhausen wird es gelingen, die Gewerbegebiete Gothas noch besser an den Verkehr anzubinden, die innerstädtischen Ortslagen, insbesondere in Sundhausen vom Verkehr zu entlasten und so die Möglichkeiten zu schaffen, dass die Erweiterung des Gewerbegebietes Gotha Süd für produzierendes Gewerbe mit dem Bebauungsplan geschaffen werden kann. Dazu kommt eine neue Breitbandinitiative gemeinsam mit der TELEKOM sowie der „Tag der Firmen“ am 13. September 2014, an dem die Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung gemeinsam mit zahlreichen Unternehmen Arbeitgeber und Arbeitsplätze im Gewerbegebiet Gotha-Süd, Am Luftschiffhafen und im Gewerbepark Klinge vorstellt.
Zehn Meisterleistungen für 2014
1. Verleihung des Preises „Der Friedenstein“
Der von der Kulturstiftung Gotha ins Leben gerufene Preis „Der Friedenstein“ ist mit seiner internationalen Ausstrahlung ein Aushängeschild für die Stadt Gotha. Preisträger wie der chinesische Dissident Wei Jing Sheng, der Leipziger Gewandhauskapellmeister Kurt Masur, die russische Kosmonautin Walentina Tereschkowa, der Deutsche Botschafter in Prag Hermann Huber, die österreichischen Äthiopien-Aktivisten Karl-Heinz und Almaz Böhm haben den „Friedenstein“ bereits für ihr Wirken erhalten. 2014 kommt eine weitere Preisträgerin hinzu, denn die schwedische Königin Silvia hat für ihr Engagement für die Kinder der Welt den Preis angenommen und wird in diesem Jahr nach Gotha zur Verleihung auf Schloss Friedenstein kommen.
2. Gründung der Stadtwerke-Sportstiftung Gotha
Neben der Kultur genießt der Sport in Gotha und bei Oberbürgermeister Knut Kreuch höchste Wertschätzung. Aus diesem Grunde wurde die Idee geboren, der Sportförderung neue Zukunftspotentiale zur eröffnen. Die Thüringer Energie und die Stadt Gotha haben sich aus diesem Grunde und zur verstärkten Verankerung der Themen Energie und Nachhaltigkeit auf die Gründung einer „Stadtwerke Gotha Sportstiftung“ verständigt. Die Stiftung wird mit einem Startkapital von 500.000 Euro ausgestattet, was in den nächsten Jahren auf 1,5 Millionen Euro anwachsen wird. Darüber hinaus ist es gelungen mit der Thüringen-Rundfahrt der Frauen eine international vielbeachtete Sportveranstaltung nach Gotha zu holen. Der Start der Rundfahrt wird am 14.07.2014 mit einem Zeitfahrprolog in der Innenstadt veranstaltet und auch dafür werden die Stadtwerke Gotha finanzielle Unterstützung leisten.
3. Gothaer Friedensgespräch 2014
Zweimal bereits haben Gothaer Friedensgespräche wichtige Impulse für das friedliche Miteinander und die Überwindung geschichtlicher Hürden gegeben. Im Jahre 2014 ist es der 100. Todestag der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, den die Stadt Gotha als Verpflichtung sieht, sich für den Frieden Europas einzubringen. Als Gemeinschaftsveranstaltung der Bertha von Suttner-Städte Prag, Wien und Gotha wird am 28.06.2014, die Veranstaltung in Gotha durchgeführt. Ehrengäste aus Prag und Wien werden anwesend sein, ebenso die Botschafter Tschechiens und der Republik Österreich sowie als Festrednerin Dr. Margot Käßmann. Die Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet mit der Stadt Gotha bereits am Vortage eine wissenschaftliche Tagung.
4. 150 Jahre Gothaer Feuerwehr
Keine Bürgerbewegung ist in einem funktionierenden Gemeinwesen so wichtig wie das Engagement in den Freiwilligen Feuerwehren. Seit 150 Jahren gibt es ein Gesetz zur Feuerwehr, welches auch zur Gründung der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Gotha führte. Mit verschiedenen Aktionen will die Stadt Gotha im Laufe des Jahres 2014 auf die Bedeutung des Dienstes in den Freiwilligen Feuerwehren und auf das Miteinander zwischen Freiwilligen und Berufsfeuerwehr aufmerksam machen. Zum Gothardusfest werden deshalb alle Gothaer Partnerstädte Feuerwehrdelegationen entsenden.
5. Der Siegeszug der Fotografie begann in Gotha
Im ersten Band des Jahrganges 1839 berichtete der „Reichsanzeiger der Deutschen“ aus der Beckerschen Buchhandlung zu Gotha über die Entdeckung bildlicher Darstellungen auf chemischem Wege – der Fotografie und gab damit vor 175 Jahren den Startschuss für die Dokumentation der Geschichte in Bildern. Die Stadtverwaltung will diesen historischen Moment deutscher Geschichte nutzen und ruft zu einem Fotowettbewerb auf „Gotha in 75 Fotos – eine Liebeserklärung“. Alle Bürgerinnen und Bürger, alle Vereine, aber auch Gäste der Stadt sind aufgeordert, Details der Gothaer Geschichte, ob Fassaden oder Eis schleckende Kinder, ob Stadtfeste oder stille Momente im Bild festzuhalten. Die Fotos werden im Dezember in einer großen Ausstellung im neuen Rathaus präsentiert und in einem Fotokalender für Gotha werben.
6. Projekt „Von der Friedlichen Revolution zur Deutschen Einheit“
Beginnend im Herbst 2014 möchte die Stadtverwaltung Gotha mit allen Bürgern und Interessengruppen ein jahresübergreifendes Programm vorlegen, um den Weg vom ersten Friedensgebet in Gotha bis zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 zu dokumentieren. Tausende Gothaerinnen und Gothaer haben diese Zeit erlebt, die Gebete, die Demonstrationen auf dem Hauptmarkt, den Fall der Berliner Mauer, Willy Brandt in Gotha, die ersten freien Wahlen, die Schließung traditioneller Betriebe und den Verlust von Arbeitsplätzen. Alles das hat sich in einem Jahr abgespielt und widerspiegelt ein Vierteljahrhundert Gothaer Geschichte, die nicht vergessen werden darf.
7. Bauen in der Lebendigen Innenstadt
Mit einem großen Bauprojekt im Brühl werden Baugesellschaft Gotha und Wohnungsbaugenossenschaft Gotha einen großartigen Impuls geben, um attraktiven Wohnraum in der Gothaer Innenstadt zu schaffen. Die Baugesellschaft will 2014 die Fassade des Landschaftshauses am Schlossberg fertigstellen, um dort Perspektiven für ein Forschungszentrum der Universität Erfurt entstehen zu lassen. Gleichzeitig ist geplant, weitere Bauprojekte in der Schwabhäuser Straße zu verwirklichen, um die Lücken im Gebiet „Genial zentral“ zu schließen.
8. Geschichtswerkstatt „1914 – 1918 – Gotha vor 100 Jahren“
Das Jahr 1914 veränderte die Weltgeschichte und brachte das herkömmliche Bild Europas ins Wanken. Der Beginn des 1. Weltkrieges markiert den Untergang alter Traditionen und den Aufbruch ins Ungewisse. Immer noch ist diese Zeit, besonders in der regionalen Forschung ungenügend dokumentiert und deshalb möchte die Stadt Gotha ein Geschichtsprojekt für die Jahre 1914 bis 1918 ins Leben rufen, in dem sich Schulklassen mit dieser Zeit auseinandersetzen. Von 2014 soll jeweils bis 2018 genau einhundert Jahre zurück geblickt werden. Dabei sollen Lebensstationen von Bürgern, Geschichte von Vereinen und Verbänden sowie Unternehmensgeschichten untersucht werden. Dabei sind private Geschichten genauso wichtig wie Dokumentationen oder Bildsammlungen. Für die jährlichen Projekte sind Preisgelder von jeweils 2.000 € ausgelobt.
9. Bildband Gotha entsteht
Gotha hat sich so gewaltig verändert, dass wir die Schönheiten unserer Stadt oft nicht selbst erkennen. Erst der Fremde muss uns darauf aufmerksam machen, mit welchen Details Gotha überzeugen kann. Dieser Tatsache ist Dr. Roland Krischke nachgegangen und hat deshalb mit dem Mitteldeutschen Verlag ein Buchprojekt in Arbeit, welches Ende 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt werden kann.
10. Kunstforum Gotha
In privater Initiative und in enger Kooperation mit der der KulTourStadt Gotha GmbH entsteht in der VR Bank in der Querstraße das moderne Kulturforum Gotha, in dem die Stadt moderne Kunst von europäischem Rang präsentieren will. Besonders spektakulär wird dabei die Eröffnung sein, denn es ist gelungen die wohl bekannteste Künstlerin Großbritanniens mit einer speziellen Exposition ihrer Werke nach Gotha einzuladen. Milein Cosmann, 1921 in Gotha geboren, ist heute hochverehrt und mit Ausstellungen in aller Welt geehrt. Die Eröffnung wird als besonderes Zeichen der Heimatstadt gegenüber der jüdischen Künstlerin zu werten sein.
„Ich bin sicher, dass wir noch ein Dutzend weitere schöne und spannende Projekte verwirklichen werden, dass uns manche Sensation positiv überraschen wird und wir unseren Spitzenplatz in Thüringen weiter ausbauen können. Doch wo Erfolge liegen, da gibt es auch Sorgen. Ich möchte 2014 eine klare Zukunft für die Entwicklung der Innenstadt in der Gartenstraße erreichen und ich bin überzeugt, wir brauchen weitere Einkaufsimpulse in Gotha. Sorgen bereiten mir private Flächen und Gebäude die das Stadtbild verschandeln, dazu zählen das Gotano-Gelände am Ortseingang, die Flächen der deutschen Bahn in der Südstraße und besonders das Bahnhofsgebäude. Hier werden wir nicht nachlassen, um Lösungen zu erzielen. Wenn man bedenkt, dass wir um die Lindemannstraße sieben Jahre kämpfen mussten, sollte jeder wissen, welche Ausdauer wir besitzen. Schmerzlich ist für mich auch der Verlust des Klubs der Kulturschaffenden in der Friedrichstraße, den ich am 31.12.1990 an einen Privatbesitzer übergeben musste. Diese Übergabe war die Stunde für den Beginn des Verfalls. Aber auch die Stadt hat Immobilien, wie die Ausstellungshalle im Park oder das Prinzenpalais, wo wir seit Jahren um tragfähige Konzepte in privater Initiative kämpfen. Vielleicht kommt 2014 die große Idee ohne städtisches Geld etwas zu bewegen.“ so Oberbürgermeister Knut Kreuch.



















