Gothaer Fotografenduo stellt in Oberhausen aus

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Das rote Ordensband ist keine militärische Auszeichnung, sondern ein kleiner Falter, der als Präparat in der Naturhistorischen Sammlung im Perthes-Forum in Gotha aufbewahrt wird. Doch statt im Archiv zu ruhen, zeigt er sich seit vergangener Woche in schönster Pracht und auf zweieinhalb Meter Länge bei der Ausstellung „Wunder der Natur” im Gasometer Oberhausen. Zu neuem Leben erweckt haben ihn die beiden Fotografen Thomas Wolf und Dr. Bernd Seydel aus Gotha.
Von den 150 Fotografien in der Ausstellung stammen sieben von den beiden Gothaer Fotografen. Meistens sind es sogenannte Makros. „Wir haben Pflanzenteile wie Holz, Blätter oder einen Rosenstachel fotografiert, die im Original höchstens vier oder fünf Zentimeter lang sind”, erklärt Thomas Wolf. Wenn sie dann überlebensgroß ausgedruckt werden, entspricht das einer Vergrößerung von mehr als sechzig Mal. Dadurch werden Details sichtbar, die sich dem unbewaffneten Auge entziehen. „Beim Falter sieht man plötzlich die vielen kleinen Schuppen, die sich auf der Flügeloberseite befinden”, erzählt Bernd Seydel begeistert. „Und nicht nur das, man sieht auch, dass ihre Ränder gezackt sind wie bei einem Vogelflügel.”
Damit solche zimmerhohen Ausdrucke überhaupt möglich sind, haben die beiden eine hochauflösende Kamera und ein spezielles Makro-Objektiv verwendet. „Wenn wir in unserem Aufnahmestudio herumgehen, übertragen sich Schwingungen auf die Kamera.” Deshalb haben die beiden das massive Stativ fest mit der Wand verschraubt. Gesteuert wird die Kamera komplett über einen Computer, damit man den Fotoapparat nicht anfassen muss. “Das klingt zwar alles ziemlich kompliziert, aber es ist nur die Voraussetzung für ein interessantes und technisch sauberes Foto”, erklärt Bernd Seydel.
Bis zu diesem Makro-Projekt hatten Wolf und Seydel immer solistisch gearbeitet. Der erstere fotografierte hauptsächlich Architektur und Dokumentationen, der letztere mehr Veranstaltungen, Sport und Menschen. „Wir haben uns für dieses Projekt zusammengetan – und vom ersten Tag an verlief die Kooperation reibungslos”, erläutert Thomas Wolf. Jeder habe seine Erfahrungen mit eingebracht. Das Ergebnis kann sich jetzt in Oberhausen sehen lassen. Am Ersten Wochenende der Ausstellung kamen mehr als 9000 Besucher.
„Wunder der Natur“ im Gasometer Oberhausen ist noch bis zum Jahresende 2016 zu besichtigen. Mehr Infos unter http://www.gasometer.de/ .
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