Hilfe kann so einfach sein …

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GOTHA. Fotos, Grafiken und Texte geben in der RaiBa in der Gartenstraße einen Einblick in eine ganz besondere Form der Entwicklungshilfe. Geboten wird sie durch die „Opportunity International Deutschland“ (OID). Sie gewährt weltweit mehr als 2,2 Mio. Menschen seit ihrer Gründung Kleinkredite und Mikrofinanzierung – oft Summen um die 100 Euro. Damit folgt man den Spuren von Muhammad Yunus, der dafür 2006 den Friedensnobelpreis erhielt und auch Schirmherr der Stiftung ist.

Eine Milliarde Menschen müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Sie aus ihrem Elend zu befreien, hat sich Deutschlands größte gemeinnützige Stiftung auf die Fahnen geschrieben. Seit vielen Jahren ist Wolfgang Bönsch für OID aktiv. Er berichtete sehr detailreich über seinen Einstieg als Helfer zur Selbsthilfe. Denn genau das bietet OID: Das internationale Netzwerk unterstützt in mehr als 20 Ländern mit Mikrofinanzierungen Existenzgründer. Über 80 % davon sind Frauen. Bönsch machte an drei, vier Beispielen eindrucksvoll deutlich, warum das so ist und  – vor allem! – warum diese „Bevorzugung“ von großem Nutzen ist: „In den Ländern, in denen wir helfen, trinken Männer den ganzen Tag lang Tee oder Alkohol, während die Frauen arbeiten und die Existenz der Familien sichern …“ Sie seien daher zuverlässiger. Die Ausfallquote von Krediten an Frauen liege unter 3 %.
Sie aber bekämen normalerweise nie einen Termin bei einer Bank. Auch, weil deren Finanzbedarf oft bescheiden und sehr klein ist. So sehr, dass es für eine „richtige“ Bank nicht zu einem „richtigen“ Geschäft reiche. „Wer aber hilft denn nun, wenn eine Marktfrau in den Slums Geld braucht, um einen neuen Stand zu kaufen“, fragte Bönsch eher rhetorisch. Opportunity International natürlich!
Regina aus Mosambik ist so eine Frau, der OID half, die Tür zu einem neuen Leben aufzustoßen: Die vielfache Mutter, verlassen von ihrem Ehemann, konnte sich dank eines von Opportunity mitfinanzierten Gemüsestandes so viel Geld beiseite legen, dass sie ein kleines Haus kaufen und mit ihrer Familie aus der winzigen Wellblechhütte ausziehen konnte. Vergleichbares berichtete Bönsch über Ronica aus Sambia. Sie sammelt jetzt nicht mehr mit ihrem Kind auf den Straßen Müll. Mit dem OID-Kleinkredit machte sie ein Geschäft mit Gesteinsbrocken auf, die sie zuvor auf einer Steinhalde zerkleinerte.
Die Ausstellung wird bis Ende April zu sehen sein.

Spendenkonto Opportunity International:  Volksbank Jever (BLZ282 622 54), Konto Nr. 118 003 9009. Mehr Infos: www.oid.org.

Publiziert: 17. März 2011, 12.12 Uhr

H&H Makler