„Gemeindefusionen dürfen kein Tabu mehr sein“, fordert Matthias Klemm. Der Bürgermeister der Gemeinde Tabarz erklärt: „Schon heute haben wir enorme Verwaltungsausgaben. Wer in Zukunft gestalten und nicht nur verwalten will, darf sich kommunalen Zusammenschlüssen nicht verweigern.“ Das gelte für das Emestal ebenso wie zum Beispiel für Waltershausen und Tabarz.
Der Tabarzer Verwaltungs-Chef macht keinen Hehl daraus, dass seine Lieblingskonstellation eine Fusion mit dem benachbarten Emsetal wäre. Für Klemm passen die ländlich geprägten Gemeinden gut zusammen.
Einen eventuellen Zusammenschluss des Emsetals mit der Stadt Waltershausen räumt der Bürgermeister hingegen kaum Chancen ein. „Es ist wahrscheinlich, dass der Gesetzgeber einen Zusammenschluss zwischen dem Emsetal und Waltershausen verhindern wird“, prognostiziert der 44-Jährige. Schließlich verbinde Waltershausen und das Emsetal lediglich eine rund 200 Meter lange gemeinsame Grenze tief im Lauchschen Holz.
Für den kommenden Mittwoch hat Matthias Klemm zur öffentlichen Gemeinderatssitzung nach Tabarz eingeladen. Ab 19 Uhr sollen die Gemeinsamkeiten zwischen den Ortschaften erörtert werden. Zu dieser Diskussion hat Bürgermeister Klemm auf Beschluss des Gemeinderates auch die Emsetaler Gemeinderatsmitglieder und ihren Bürgermeister eingeladen, um ein erstes kennen lernen zu ermöglichen.
Laut dem Tabarzer Bürgermeister könnte das der erste Termin in einem wichtigen Orientierungsprozess sein. „Ich sehe großen Handlungsbedarf in unserer Region“, so Klemm. „Wer diesen negiert und die notwendigen Schritte blockiert, verspielt bewusst die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinden und das Vertrauen der Bürger.“
Dabei dürfe auch eine Fusion der Gemeinde Tabarz mit dem Emsetal und Waltershausen nicht ausgeschlossen werden. Damit unterstreicht Klemm die Wichtigkeit seines Anliegens. „Wir dürfen nicht so lange warten, bis wir vom Thüringer Landtag zu einem Zusammenschluss gezwungen werden“, meint der SPD-Mann.
Ob eine Fusion mit Waltershausen funktioniert, könnten die Orte zuvor in einem Prozess des Zusammenwachsens zeigen. „Der erste Schritt könnte sein, dass die Orte ihre Zusammenarbeit in kommunalen Belangen verstärken“, so Klemm. Als Beispiel nennt er eine gemeinsame Absprache bei der Ausrichtung der Kindergärten. Dies sei unter anderem für die Fördermittelbeschaffung nötig.
Außerdem könnte die Gemeinde Tabarz die Vermarktung der Stadt Waltershausen übernehmen. „Schließlich hat die Tourismushochburg damit mehr Erfahrung als die benachbarte Puppenstadt“, ist sich der Bürgermeister sicher. Dazu müsste eine gemeinsame Tourismus GmbH gegründet werden.
Fest steht: Egal wie sich die Gespräche entwickeln, das Zeitfenster, das den Bürgermeistern und Gemeinde- und Stadträten aus Tabarz, Waltershausen und dem Emsetal bleibt, ist nicht groß. Am 31.12. 2013 ist Stichtag. Bis dahin muss sich zumindest das Emsetal, das 2009 unter die 3.000-Enwohner-Grenze gerutscht ist, per Beschluss für einen der Nachbarn entscheiden.





















