Das Gastspiel der Jenaer Korbjäger am heutigen Samstag in Gothas „Blauer Hölle“ wird für Science City neben der sportlichen Nagelprobe zugleich eine Reise in die Vergangenheit. Die Saalestädter gastieren im Rahmen des Thüringen-Derbys ab 19.00 Uhr bei den Gotha Rockets, wollen den 83:60-Sieg aus der Vorrunde nun auch auf fremden Parkett bestätigen.
So ganz fremd sind Boden und Spielstätte dann aber doch nicht, absolvierten die Jenaer nach dem Erstliga-Aufstieg alle BBL-Begegnungen, sowie einen großen Teil der darauf folgenden Zweitliga-Saison im damaligen Zelt.
Unabhängig davon zieht das Duell der beiden einzigen Profi-Basketballteams aus dem Freistaat seinen enormen sportlichen Reiz neben dem sich gerade erst entwickelnden „Derby-Charakter“ aus der angespannten Lage für Gastgeber und Gäste. Beide Kontrahenten trennen in der 2.Liga-Tabelle derzeit sowohl vier Plätzen als auch vier Punkte. Nachdem sich das Eichler-Team mit dem Erfolg am vergangenen Wochenende gegen die Kirchheim Knights auf dem zehnten Platz der ProA, zurück in Sichtweite zu den Playoff-Plätzen einordnen konnte, rangieren die Westthüringer nach der 61:84-Niederlage am letzten Sonntag in Heidelberg, punktgleich mit dem Vorletzten aus Kirchheim, weiterhin in akuter Abstiegsgefahr.
Die mit großen Ambitionen gestarteten Raketen mussten im Verlauf dieser ProA-Saison schnell erkennen, wie unberechenbar sich diese 2.Liga entwickelt. Anfänglich aufgrund der individuellen Qualität noch mindestens in den Playoffs erwartet, gerieten die seit dem Jahreswechsel von Christoph Nicol, dem bereits dritten Trainer der Saison angeführten Hausherren schnell in die Mühlräder des Tabellenkellers.
Nachdem es auch im Spieler-Kader der Westthüringer wiederholt zu personelle Umstrukturierungen kam, sich die daraus ergebende fehlende Kontinuität negativ auf die Ergebnisse auswirkte, durchlebt nicht nur Gothas Anhang seit Saisonbeginn eine Berg- und Talbahnfahrt der Gefühle. In allein sechs Begegnungen mit sechs oder weniger Punkten Differenz gingen die Rockets als Verlierer vom Parkett.
Neben Chase Griffin (17,1 Punkte), dem unumstrittenen Anführer der Gothaer, bilden Torvoris Baker (13 Pkt., 8,7 Rebounds) und Leo Niebuhr (10,8 Pkt.) das Trio der Hauptakteure, zu denen sich mit Flügelspieler Albert Kuppe zuletzt ein vierter hinzugesellt. Wie lang der als Leistungsträger eingeplante Rockets-Flügel Jan Lipke aufgrund seiner Ende Januar erlittenen Wadenverlerletzung noch ausfallen wird ist noch nicht absehbar.
„Ich persönlich freue mich schon sehr auf den ersten Auftritt in der Gothaer Leichtbauhalle. Die Jungs sind fit, motiviert, keiner ist verletzt. Wir wollen nach dem Sieg gegen Kirchheim bei den Rockets nachlegen, uns die Chance auf die Playoffs erhalten. Zudem müssen wir trotz des Vorsprungs vor den Abstiegsplätzen auch den Tabellenkeller im Auge behalten. Normalerweise sagt man, dass zehn Siege in einer Saison für den Klassenerhalt ausreichen. Diese Saison dürfte das rettende Ufer aufgrund einer verrückter und enorm ausgeglichenen Liga ein ganzes Stück weiter entfernt sein“, sagt Trainer Georg Eichler vor dem Derby.























