Neue Kabinettausstellung ab 15. Oktober im Herzoglichen Museum Gotha

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„Schöne éventails von der ganz neuesten Mode“, wollte er haben, schöne Fächer also. „Indische, japanische, chinesische, aber auch ächt brittische.“ Mit dieser Bitte hatte sich Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg im Dezember 1817 an seinen Agenten Joseph Meyer in London gewandt. Einige dieser „ächt brittischen“ Fächer sind ab Samstag, 15. Oktober 2016, in der neuen Kabinettausstellung „Very British – Englische Fächer aus drei Jahrhunderten“ zu sehen.

 

Seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert gehörte England zu den führenden Zentren der europäischen Fächerherstellung. In der Gothaer Sammlung befinden sich zahlreiche Fächer aus englischen Manufakturen. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung und Vielfalt der britischen Fächerproduktion aus drei Jahrhunderten: vom 16. Jahrhundert und einem Rad-Faltfächer aus gold- und silberdurchwirktem Seidenbrokat über das 18. Jahrhundert und seinen Fächern, die Bezug auf die englischen Landschaftsgärten nehmen, bis hin zu einem Exemplar von 1893, das aus der berühmten Fächermanufaktur Duvelleroy stammt – Queen Victoria war hier Kundin. Einige graphische Blätter, Porzellan- und Glasexponate ergänzen die kleine Sonderschau.

 

Die Gothaer Fächersammlung

 

Die Fächer sind Teil einer bedeutenden Sammlung, welche die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha bewahrt. Bereits kurz nach 1800 unter Herzog August (* 1775 / reg.1804 / gest. 1822) angelegt und später geringfügig erweitert, umfasst sie heute annähernd 300 Fächer europäischer und ostasiatischer Provenienz des 16. bis 20. Jahrhunderts sowie einige ethnographische Exemplare des 19. Jahrhunderts aus dem Orient, aus Südostasien und aus Amerika.

Im Jahr 2011 wurde die Sammlung durch eine großzügige Dauerleihgabe der Münchner Stiftung Ute Michaels um annähernd 500 Fächer aus vier Jahrhunderten erweitert. Aus konservatorischen Gründen können die empfindlichen Stücke nicht permanent, sondern nur in zeitlich begrenzten Wechselausstellungen präsentiert werden.

 

Ein großer Teil der historischen Gothaer Sammlung wurde Herzog August von Joseph Meyer (1796 – 1856) vermittelt. Der spätere Verleger und Begründer des Bibliographischen Instituts war von 1817 bis 1820 in einem Londoner Exportgeschäft tätig und erwarb in dieser Zeit zahlreiche Objekte für das „Chinesische Cabinett“ seines Gothaer Landesherrn. Auf die Bitte des Herzogs, „schöne éventails“ zu besorgen, kaufte Meyer übrigens „(…) Sonnenfächer und Luftwedel zierlich, prachtvoll in Deutschland noch nie gesehen, schön gemalt und geschmückt, (…)“  für die Sammlung des Herzogs, die um 1820 bereits 234 Stücke umfasste.

 

 

Informationen zur Kabinettausstellung:

 

Very British – Englische Fächer aus drei Jahrhunderten

  1. Oktober 2016 bis 8. Januar 2017

 

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung:

Samstag, 22. Oktober 2016, 20 und 21 Uhr (Führung im Rahmen der Museumsnacht)

Sonntag, 27. November 2016, 15 Uhr (1. Advent)

Sonntag, 8. Januar 2016, 15 Uhr (letzter Tag der Ausstellung)

Es führt Ute Däberitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha.

 

Herzogliches Museum Gotha

Parkallee 15

99867 Gotha

Telefon (03621) 82 34 – 0 · Fax (03621) 82 34 – 57

service@stiftung-friedenstein.de

www.stiftung-friedenstein.de

 

Eintritt

5,00 Euro (erm. 2,50 Euro)

 

Öffnungszeiten

täglich 10 – 17 Uhr, an Feiertagen geöffnet

 

 

(Beitragsbild: Kew Gardens, Faltfächer, England, um 1765 © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha)

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