Steffen Fuchs (B 90/Die Grünen)

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Wie steht es um Deutschland? Ist das Glas halbvoll oder halbleer?

Die wirtschaftliche Lage ist in Deutschland auf den ersten Blick gut. Deutschland hat vor allem durch den Export von Waren und Leistungen die Finanz- und Wirtschaftskrise gut überstanden. Doch dieser Erfolg ist nicht nachhaltig, weil unsere Wirtschaftsweise noch immer viel zu sehr auf Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen basiert. In diesem Zusammenhang ist das Glas also halbleer. Wir leben auf Kosten kommender Generationen. In Bezug auf die Energiewende ist das Glas erst halbvoll, hier gibt es noch einiges zu tun, bis wir Strom und Wärme vollständig aus erneuerbaren Energien erzeugen.


In 600 Zeichen: Warum sollen die Bürger gerade Sie wählen?

Weil Steffen Fuchs für eine Energiewende steht, die konsequent auf eine vollständige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien setzt. Dabei muss Energie bezahlbar bleiben, Großverbraucherprivilegien, die die Bürger und mittleren Unternehmen 4 Mrd. € kosten, müssen zurückgeführt werden. Weil ich für Verbraucherschutz stehe, der diesen Namen auch verdient. Verbraucher müssen schnell und gut verständlich erfahren können, welche Bestandteile in Lebensmitteln und Dienstleistungen enthalten sind. Besonders liegt mir die Kennzeichnung von Gentechnik von Anfang an am Herzen.


Welche Bitte eines Bürgers im Wahlkampf hat Sie bisher am meisten bewegt?

Die Bitte eines Kindes für den Einsatz im Bundestag, dass eine solche Katastrophe, wie 2011 in Fukushima passiert, nicht noch einmal geschehen darf.


Welche Entscheidung des Deutschen Bundestages der letzten Legislatur hatte aus Ihrer Sicht die größte Auswirkung auf Deutschland – im positiven oder negativen Sinn?

Im negativen Sinn: Der in dieser Legislaturperiode von Schwarz-Gelb beschlossene Ausstieg aus dem im Jahr 2000 von Rot-Grün beschlossenen Atomkompromiss. Und im positiven Sinn, der nach der Atomkatastrophe von Japan im März 2011 beschlossene Ausstieg aus dem Ausstieg. Damit war das Ende dieser unverantwortlichen Risikotechnologie endgültig beschlossen und der Weg für die Energiewende hin zu den erneuerbaren Energien geebnet.


Eine Kaninchenschau mit 20 Anwesenden oder eine Gesprächsrunde zur Bankenregulierung mit zehn Gästen – was macht Ihnen mehr Spaß?

Beide Veranstaltungen haben ihren Reiz. Die Kaninchenschau würdigt das gemeinschaftliche Leben und Engagement vor Ort und trägt zu einem guten Zusammenleben in der Gesellschaft bei. Durch die Arbeit von Vereinen haben u. a. Kinder eine Möglichkeit zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung.

Banken sind in unserer Gesellschaft und in unserem Wirtschaftsleben unentbehrlich und übernehmen dabei eine wichtige Rolle. Wir können nicht zusehen, wie Banken mit aller Konsequenz kaputt gehen ohne uns Gedanken über deren Rettung zu machen. Dabei ist die Beteiligung der Banken an dieser Rettung von enormer Wichtigkeit. Auch sie müssen ihren Beitrag daran leisten.


„Butter bei die Fische“: Der schönste Fleck im Wahlkreis ist…?

… in meinem Heimatort Schnepfenthal, auf den Vorbergen des Thüringer Wald hat man eine tolle Sicht zum Rennsteig, zum Hainich bis hin zum Ettersberg bei Weimar. Ich genieße aber auch Ausflüge in den Thüringer Wald entlang des Rennsteiges.


Versprecher oder Versprechen? Was passiert Ihnen häufiger?

Wohl eher das Versprechen. Ich kann schlecht Nein sagen, obwohl ich dann manchmal mit den Versprechen ganz schön ins Schleudern gerade bei Terminen und Terminüberschreitungen gerate.


Vorausgesetzt, Sie ziehen in den Bundestag ein: Welche Punkte aus Ihrem Wahlprogramm haben Sie am Ende der Wahlperiode definitiv abgearbeitet?

Umsetzung der Energiewende mit einer Erzeugung von Energie zu 100% aus erneubaren Energien bis 2030 – ein ehrgeiziges Ziel, bei dem bis Ende 2017 50% angepeilt werden sollten. Die Novellierung des Verbraucherschutzes, verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln und Dienstleistungen sowie eine konsequente Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte von Anfang an. Auch die vorgelagerten Prozesse bei der Herstellung von Lebensmitteln sind bei der Kennzeichnung zu berücksichtigen. Außerdem die Änderung des antiquierten Bundesbergrechtes zu Gunsten der Umwelt- und Naturschutzbelange.


Angenommen, Sie stehen im nächsten Bundestag vor einer echten Gewissensfrage: Welches Buch hilft Ihnen auf die Sprünge?

Neben dem Grünen Wahlprogramm die Bibel als ein guter Wegbegleiter.


Wenn Sie Edward Snowden, den Enthüller des US-Abhörskandals, von Angesicht zu Angesicht etwas fragen könnten: Welche Frage würden Sie stellen?

Herr Snowden, stimmen die Behauptungen von Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Kanzleramtsminister Pofalla, in der Geheimdienstaffäre seien alle Fragen beantwortet?


Welche (hier nicht genannte) Frage bringt Sie eigentlich ins Schwitzen?

Die Frage meiner Familie nach freien Terminen in den nächsten Wochen eines spannenden Wahlkampfes.