Strahlende Sieger und gut gelaunte Fans feierten am Samstagabend den vierten Erfolg von Science City Jena. Wie schon in der Vorrunde schieben sich die Thüringer mit einer Erfolgsserie hinein in die Playoff-Ränge, belegen nach dem 94:83-Sieg gegen den Ex-Tabellenführer Rasta Vechta den 7.Platz in der ProA mit Blick nach oben.
„Hinsetzen, Hinsetzen“ hallte es nach dem viel umjubelten Erfolg der Saalestädter gegen den Ex-Tabellenführer aus Niedersachsen durch den Sportkomplex in Lobeda-West. Die Ansage der verbliebenen Fans, die den altehrwürdigen Basketball-Tempel in ein Tollhaus verwandelten waren bis in die Katakomben zu hören.
Verdient hatten sich die Spieler um Kapitän Christoph Roquette den langanhaltenden Applaus und eine gemeinsame Feier durch zuvor 40 spannungsgeladene, emotionale und mit viel Leidenschaft geführte Minuten.
„Wir haben viel Kraft und Herz investiert, haben im Spiel immer die richtigen Antworten gefunden und gegen die beste Offensiv-Mannschaft der Liga in den wichtigen Phasen stark verteidigt. Ich bin enorm stolz auf die Leistung, auf das Team als Einheit. Auch wenn ich selten einen Spieler aus einer homogenen Mannschaftsleistung heraushebe, muss ich heute Ermen Reyyes-Napoles ein großes Sonderlob aussprechen. Sein Gegenspieler Richard Williams wird in den nächsten Tagen sicher nicht gut schlafen, wahrscheinlich schlecht von Ermens knallharter Verteidigung träumen“, sagte Trainer Georg Eichler nach dem Sieg mit einem Schmunzeln.
Reyes-Napoles hatte dem effektivsten Akteur der gesamten Liga ein beinhartes Duell geliefert, keinen Zentimeter Platz gelassen, klebte wie eine Klette an Williams und hielt ihn weit unter seinen durchschnittlichen Werten.
Auch der erfahrene Gäste-Coach Pat Elzie lobte die Vorstellung des Eichler-Teams, ordnet die Thüringer unter die Top4 der ProA und hofft in den Playoffs einem Duell mit Jena so lang wie möglich aus dem Weg gehen zu können. „Jena hat uns in dieser Saison zweimal besiegt, hat uns verdient geschlagen. Ich würde in den Playoffs ungern auf Science City treffen“, sagte Elzie vor der mehr als fünfstündigen Abfahrt ins Oldenburger Münsterland. Zeit genug, um über die eigene schlechte, nur 46prozentigen Freiwurfquote (16/35) nachzudenken.
In einer auf hohen Niveau stehenden Partie entwickelte sich von Beginn an ein offensiver Schlagabtausch, in dem zeitig die offensiven Visiere beider Teams fielen. Während Lee Jeka aus der Distanz zum 13:7 traf, Vechta in der Folge wieder auf 13:13 ausgleichen konnte, blieb das Duell bis zum 26:24-Zwischenstand der ersten Viertelpause eng und umkämpft.
Auch im Spielabschnitt vor der Halbzeit gelang es zunächst keinem Team sich nennenswert abzusetzen. Erst eine kurzer Jenaer Zwischenspurt sorgte schließlich für eine etwas komfortablere 48:41-Halbzeitführung von Science City. Diese schmolz mit Wiederanpfiff allerdings schneller als Schnee in der Sonne.
Mit einem 8-Punkte-Lauf gelang es den Gästen aus Norddeutschland das Duell zu drehen, sich mit 49:48 in Front zu werfen, bevor die Thüringer ihren Angriffs-Rhythmus wiederfanden. Fast parallel punktend näherten sich die Kontrahenten dem entscheidenden Schlussabschnitt. Nachdem Garrett Sim mit einem Dreier für den hauchdünnen 67:66-Zwischenstand nach 30 Minuten gesorgt hatte kamen Vechta besser aus der sich anschließenden Viertelpause.
Doch wie bereits nach der Halbzeit auch fanden die Thüringer in die Begegnung zurück, lieferten den Fans einen Schlussabschnitt im Adrenalin-Rausch.
Zu Beginn des finalen Viertels knapp zwei Minuten ohne zählbaren Abschluss bleibend, kassierte Science City zunächst einen Dreier durch Daniel Kraus, bevor Andrew Rudowitz an der Freiwurflinie nur einen seiner beiden Würfe zur Vechtaer 70:67-Führung verwandelte.
Jenas an diesem Abend bester Korbschütze Kenny Barker antwortete jedoch zeitnah im direkten Gegenzug trocken aus der Distanz, 70:70. Bis zum 83:81 (37.) hielt das Duell, welches sich längst zu einem echten Hitchcock-Thriller entwickelt hatte den Spannungsbogen aufrecht, bevor Jenas Korbjäger das Duell mit einem 9:0-Lauf innerhalb von 100 Sekunden verdient entschieden und die bereits hart auf die Probe gestellten Nerven der anwesenden Fans entlasteten.
Kurz nachdem Kevin Wysocki an der Freiwurflinie beide Schüsse zum 94:83-Endstand verwandelte, gab es auf dem Parkett kein Halten mehr. So musste sich die jubelnde Spielertraube erst entwirren, bevor das gemeinsame Uffta mit den Fans nach dem vierten Sieg in Folge angestimmt werden konnte.
SCJ: Barker 26 Punkte, Jeka 18, Sim 12, Wysocki 11, Watts 9, Roquette 9, Adomaitis 6, Schwartz 2, Reyes-Napoles 1, Peric, Krumbeck, Strauß




















