Wer während dem Bezug von Arbeitslosengeld II (Alg II oder auch Hartz IV) einen Job annimmt, hat durch Freibeträge unterm Strich mehr in der Geldbörse als ohne Job. Aber es geht nicht nur ums Geld. Gewinnen kann man noch viel mehr.
Alg II bedeutet Grundsicherung und daher kann davon – salopp gesagt – niemand große Sprünge machen. Wer sich einen Job sucht, profitiert aber in jedem Fall.
Zum einen kann man durch einen Job zumindest einen Teil des Lebensunterhaltes wieder selber bestreiten. Das erzielte Einkommen wird zwar auf die Grundsicherung angerechnet – aber eben nur teilweise – dafür sorgen Freibeträge. Wer wieder arbeitet hat also nicht nur mehr Zuversicht und Lebensfreude, sondern steht auch finanziell besser da.
Zum anderen ist der Weg zurück in die Arbeitswelt leichter, wenn man schon einen „Fuß in der Tür“ hat. „Vielen unserer Kunden gelingt es auf diesem Weg, wieder ganz auf eigenen Füßen zu stehen.“ bestätigt Gerhard Lange, Geschäftsführer des Jobcenters Gotha.
Wie funktionieren die Freibeträge?
Wenn aus einer Tätigkeit ein Einkommen (Lohn) erzielt wird, wird ein Teil davon auf die Grundsicherung angerechnet. Ein anderer Teil ist durch Freibeträge „geschützt“. Die Freibeträge staffeln sich wie folgt:
– Die ersten 100 Euro vom Lohn werden gar nicht auf das Alg II angerechnet. Sie bilden den so genannten Grundfreibetrag.
– Liegt der Verdienst über 100 Euro aber noch unter 1000 Euro brutto bleiben zusätzlich zum Grundfreibetrag weitere 20 Prozent des Bruttolohnes unbeachtet.
– Bei Brutto-Einkommen über 1000 Euro bleiben zusätzlich zu den eben aufgeführten zwei Freibeträgen nochmals 10 Prozent des Brutto außen vor.
– Die Freibeträge haben allerdings eine Obergrenze. Bei Leistungsberechtigten ohne Kind liegt sie bei 1.200 Euro brutto und bei Leistungsberechtigten mit mindestens einem Kind bei 1.500 Euro brutto.
Beispiel: Wer einen Minijob auf 450-Euro-Basis annimmt, hat einen Grundfreibetrag von 100 Euro. Von den verbleibenden 350 Euro sind weitere 20 Prozent anrechnungsfrei – hier also 70 Euro. Unterm Strich sind also 170 Euro mehr in der Kasse als ohne den Job.
Letztlich bleibt festzustellen: „Arbeit lohnt sich auf jeden Fall!“
























