Zahl der Hundeattacken nahm 2015 zu

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Mehr Beißvorfälle, aber dafür geringfügig weniger Verletzte durch Hundebisse: Diese Tendenz geht aus der Auswertung des Kreisordnungsamts hervor, in der die Einzelstatistiken der Ordnungsbehörden von Städten, Gemeinden und Verwaltungs-gemeinschaften zusammengefasst sind. Danach erlitten 2015 insgesamt 59 Personen Verletzungen infolge von Hundeangriffen; sechs davon wurden schwer verletzt. 2014 lag die Gesamtzahl der Verletzten bei 61 (fünf Schwer- und 56 Leichtverletzte).

Ferner kamen 2015 abermals zwölf Tiere durch Angriffe von Hunden zu Schaden (2014:zwölf); fünf davon überlebten die Attacke nicht. Insgesamt verzeichnet die Jahresstatistik 2014 75 Beißvorfälle mit Hunden im Landkreis Gotha (2014: 72, 2013: 65).

Besonders auffällig waren nach Aktenlage erneut die Schäferhunde und deren Mischlinge, die an insgesamt zwölf (Vorjahr: 13) Vorfällen beteiligt waren. Elfmal traten die als Familienhunde geltenden Golden und Labrador Retriever in Erscheinung (2014: sieben). Selbst die kleineren Hunderassen haben ihren Anteil zur Statistik beigetragen: So ließen etwa Jack-Russell-Terrier und deren Kreuzungen in acht Fällen (2014: drei) sowie Dackel zweimal nicht mit sich spaßen (2014: drei). Auf das Konto von Promenaden¬Mischungen gingen zwölf (2014: neun) Vorkommnisse mit insgesamt zehn Schwer- und einem Leichtverletzten. Insgesamt waren mit 10.986 Hunden etwas mehr Vierbeiner im Landkreis Gotha registriert als noch im Vorjahr (2014: 10.851). Die Familie der Schäferhunde bildet mit 1.101 Exemplaren darunter die größte Gruppe.

Nach der Erfahrung der Ordnungsbehörden stellen die gemeldeten Vorfälle nur die Spitze des Eisbergs dar, da in der Regel Beißattacken innerhalb eines Haushaltes (Familie) bzw. der Nachbarschaft nicht oder nur selten zur Anzeige gebracht werden. Seit 2011 schreibt ein Thüringer Gesetz allen Hundehaltern das Chippen der Tiere sowie den Abschluss einer Haftpflichtversicherung vor. Halter so genannter „Kampfhunde“ müssen darüber hinaus strenge Auflagen erfüllen sowie die persönliche Eignung nachweisen. Im Landkreis Gotha waren 2015 insgesamt 62 Hunde unterschiedlicher Rassen, die per Gesetzesdefinition als gefährlich gelten, von den Ordnungsbehörden erfasst (2014: 77).