Bäume pflanzen – aber richtig! – Die ThüringenForst-Experten geben Tipps

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Pflanzung mit der Wiedehopfhaue auf einer Sturm-Schadfläche durch Forstwirte. Der vor der Pflanzung errichtete Zaun schützt die jungen Bäumchen vor Rehwildverbiss. Bild: Ronald Stein

„Das Grüne nach oben, die Wurzel nach unten“ ist ein nur grober Ratschlag für die Wiederaufforstung von Schadflächen – es gilt, häufige Pflanzfehler zu vermeiden

Erfurt (hs): In etwa zwei Monaten startet bei entsprechender Witterung die Frühjahrsaufforstung in den heimischen Wäldern. Nicht selten mit tatkräftiger Unterstützung der örtlichen Bevölkerung. Ziel ist es, Schadflächen wiederzubewalden, soweit sich eine natürliche Verjüngung nicht bereits eingestellt hat oder nicht zu erwarten ist. So manch Einer denkt, mit dem „reinstopfen“ eines jungen Bäumchens ins Pflanzloch ist einer Pflanzung Genüge getan. Denkste! Es gibt nur wenige Forstarbeiten, bei denen man derart nachhaltige Fehler machen kann, wie bei der Pflanzung. Deutlich wird dies, wenn man bedenkt, dass ein Setzling an Ort und Stelle bis zu 250 Jahre wächst, bis er von der Ururururenkel-Generation geerntet werden kann. Hinzu kommt: Einmal verursachte Pflanzfehler können nicht geheilt werden. Und oft genug wird Kümmerwuchs durch Pflanzfehler dem Standort oder fehlenden Niederschlägen zugeordnet.

Pflanzmaßnahmen gründlich vorbereiten
„Pflanzmaßnahmen sollten gründlich vorbereitet werden. Standorts- und klimaangepasste Baumarten, geeignete Herkünfte und passende Pflanzengrößen sind der Grundstein für eine gelungene Kultur”, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Aber nicht nur den Forstbäumchen ist besonderer Augenmerk zu schenken, auch die Pflanzfläche ist vorzubereiten. Mit Wissen über die Pflanze und den Pflanzort kann sodann das Pflanzverfahren ausgewählt werden. So bietet sich bei steinigen Böden die Verwendung von wurzelgeschützten Containerpflanzen mittels Lochpflanzung an, bei tiefgründigen Böden wurzelnackte Pflanzen, die mit der einfachen Winkelhaue in den weichen Boden gebracht werden können. Ist dies entschieden, kann der Waldbesitzende zur Tat schreiten.

Der größte Feind des Setzlings: Die Trockenheit
Die jungen Forstbäumchen sollten unmittelbar nach Entnahme aus dem Schulbeet, möglichst nicht im offenen PKW-Anhänger, zum Pflanzort verbracht und dort, mit etwas schützender Erde abgedeckt, schattig und windstill gelagert werden. Entscheidend bei der nun anstehenden Pflanzung ist, die feinen, sehr sensiblen Wurzeln der Jungbäumchen ohne quetschen, stauchen oder drehen in das -hoffentlich ausreichend große- Pflanzloch zu bringen. Ist dies geschafft, ist zwei bis drei Zentimeter über dem Wurzelhals dann Erde aufzuschütten. „Die Wurzeln müssen unbedingt Kontakt zum Mineralboden haben. Deshalb treten Forstwirte das Bäumchen nach der Pflanzung mit dem Fuß leicht fest”, so Gebhardt abschließend. Waldbesitzende, die bei den Arbeiten unsicher sind, empfiehlt Gebhardt den Kontakt zum nächsten Forstamt. Die dortige mündliche Beratung ist kostenfrei, wer tatkräftige Unterstützung vor Ort braucht, erhält diese kostenpflichtig.
Mit kluger Vorarbeit am Schreibtisch und sorgfältiger Pflanzarbeit vor Ort können mit unterschiedlichen Pflanzverfahren gelungene, klimastabile Kulturen geschaffen werden. Was auch wirtschaftlich sinnvoll ist: Ein Hektar Eichenkultur kann schnell den Wert eines Neuwagenmodells der Golf-Klasse erreichen.

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