Blau als Farbe des Tages: Kirchenkreis mit spannender Aktion zum „Tag des Notrufs“

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Gothaer Berufsfeuerwehr auf dem Neumarkt

Dank der 112 haben Menschen europaweit die Möglichkeit, Feuerwehr und Rettungsdienst zu alarmieren. So hat sich der 11. Februar als „Tag des Notrufs“ etabliert. Um den Einsatz der Rettungskräfte zu würdigen und den Bürgern einen Einblick in ihre Arbeit zu ermöglichen, organisierte der Kirchenkreis Gotha den ersten Blaulicht-Gottesdienst.

Der Kopf hinter dieser Aktion war Pfarrer und Superintendent des Kirchenkreises, Friedemann Witting. „Diese Idee schlummerte schon lange in mir. Im letzten Jahr wurde mir dann empfohlen, einen Gottesdienst am ‚Tag des Notrufs‘ abzuhalten. Das haben wir sofort in die Tat umgesetzt“, erklärte er. Von diesem Aktionstag habe er zuvor noch nie gehört. Organisiert wurde die Veranstaltung mit Unterstützung der Gothaer Feuerwehr, des Teams für Psycho-Soziale-Notfallversorgung (PSNV) und des Rettungsdienstes.

Den Auftakt machten die Einsatzkräfte. Ab 15 Uhr bestaunten Fußgänger 16 Fahrzeuge auf dem Gothaer Neumarkt. Trotz Regenwetters kamen zahlreiche Interessierte mit Vertretern von Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, THW, PSNV, Katastrophenschutz, Bergwacht sowie Wasserrettung ins Gespräch. Zur Aufwärmen gab es Suppe – und das reichlich. „Ich weiß zwar nicht, wie viele Menschen kommen. Aber der Landrat hat in seinem Optimismus extra 300 Portionen Suppe vom Katastrophenschutz vorbereiten lassen“, sagte Witting schmunzelnd.

Zusammenkünfte der „Blaulicht-Einheiten“ gab es in letzter Zeit häufiger im Landkreis – denken wir nur zurück an die große Blaulichtmeile auf dem Thüringentag 2025 oder das Blaulichtfestival in Georgenthal. Dabei geht es nicht um ein nettes „Klassentreffen“ unter Kolle- gen. Die zunehmende Gewalt gegenüber Rettungskräften sei besorgniserregend. Daniel Marggraf, Leiter des Amts für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst im Landratsamt Gotha, ist über- zeugt, dass der persönliche Kontakt zur Bevölkerung etwas bewirken kann. „Wir führen den Bürgern vor Augen, dass Rettungskräfte Menschen sind. Zudem lernen sie die Aufgabenbereiche der verschiedenen ‚Blaulicht-Kräfte‘ kennen.“

Außerdem erhofft sich der Amtsleiter einen weiteren Effekt: „Die Feuerwehren und der Rettungsdienst leben von engagierten Ehrenamtlichen. Mit unserem Auftritt können wir auch für uns werben.“

Zwei Stunden lang konnten sich Interessierte die Fahrzeuge ansehen und die Einsatzkräfte mit Fragen löchern. Anschließend ging es in die Margarethenkirche zum eigentlichen Gottesdienst. Dass viele an diesem Aktionstag eine Teilnahme erwogen, freute nicht nur die Initiatoren. „Wir können hier alle zusammenbringen. Heute wird unsere Arbeit auf besondere Weise gewürdigt. Zudem kön- nen wir verstorbenen Kameraden gedenken“, meinte Daniel Marggraf.

Ein Video zum Blaulicht-Gottesdienst finden Sie auf unseren You-Tube-Kanal.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 2 (2026)

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