Geld sparen bei der Jungwaldpflege

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Jungwald im Zaunschutz mit einer Pflanzreihe Bergahorn: Nur regelmäßige Pflege sichert eine gedeihliche Entwicklung zum Klimawald. Bild: Dr. Horst Sproßmann

Einen neuen Jungwald zu begründen ist der erste Schritt. Ohne anschließende Pflege wird er kaum überleben. Umso wichtiger sind die Tipps praxiserfahrener Forstleute für Waldbesitzende

Ein ansehnlicher Jungwald hat die chaotische Schadfläche abgelöst. Der Waldbesitzende ist, trotz oft hoher Investition, froh, hat er doch die Nachhaltigkeit gesichert und die Verpflichtungen aus dem Thüringer Waldgesetz erfüllt. Der Erholungssuchende ist beim Anblick auch zufrieden, der neue klimastabile Wald scheint zu gedeihen. Doch ohne Hilfe sehen die jungen Bäumchen bald „alt“ aus: Insbesondere Konkurrenzpflanzen, wie etwa Adlerfarn, Distel oder Brombeere, machen dem Forstnachwuchs allzu schnell das lebensnotwendige Licht und Wasser streitig. Die Folge: Der junge Klimawald kümmert und der Untergang des jungen Waldes droht. Kulturpflege nennen Forstexperten das Maßnahmepaket, dass jede Wiederbewaldung und jeden jungen Wald über einige Jahre hinweg begleiten muss.

Kulturpflege muss sein – um Geld zu sparen
„Noch bevor der Jungwald angelegt wird, sollten Waldbesitzende eine genaue Analyse der Ausgangssituation vornehmen. So kann im Fortgang der Wiederbewaldung viel Geld bei der stets erforderlichen Kulturpflege gespart werden“, empfiehlt Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand. Ist die geplante Wiederbewaldungsfläche schon stark vergrast oder von Begleitvegetation überwuchert, hilft beispielsweise der Einsatz eines Mulchers oder Streifenpflugs. Mechanisch sorgen diese nicht nur für Übersichtlich- und Begehbarkeit, sondern auch für einen wichtigen Wachstumsvorsprung des neuen Waldes. Droht aufgrund des Standortes das frühe Wiedererstarken des Unkrautes, kann mit größeren Pflanzensortimenten gearbeitet werden. Ebenfalls wichtig: Die jungen Bäumchen in Reihen oder Blöcken pflanzen und sie ggf. zusätzlich mit Bändchen oder Stäben markieren. Die räumliche Ordnung erleichtert das Finden von Buchen, Eichen und Co, wenn es an das spätere Mähen und Auskesseln der Bäumchen geht. Ebenfalls wichtig ist der Zeitpunkt der Kulturpflege: Wird die Kulturpflege zu früh durchgeführt, besteht Gefahr das die noch blattlosen Laubbäumchen versehentlich abgeschnitten werden. Zudem muss ggf. erneut im Jahresverlauf gepflegt werden. Erfolgt die Kulturpflege zu spät im Jahr, ist das Bäumchen schon überwachsen und kümmert. Heute verwendet man für die Kulturpflege Technik wie Freischneider, Motorsense oder Motormäher. Damit ist die Pflege deutlich schneller und ergonomischer als mit der althergebrachten Forstsense durchführbar. Ist eine Kulturpflege durchgeführt, ist eine Kontrolle notwendig: Ist die Kultur noch vollständig, oder sind Pflanzverluste zu verzeichnen. Dann ist eine Nachpflanzung zu prüfen. Sobald die Forstpflanzen so groß sind, dass die Begleitvegetation diese nicht mehr überwachsen kann, ist keine weitere Kulturpflege erforderlich In der Regel ist dies nach etwa fünf Jahren nach der Kulturbegründung der Fall.

„Wer mit bewährtem Praxiswissen die Wiederbewaldung klug plant, kann später bei der Kulturpflege viel Arbeit und damit Geld sparen“, so Ripken abschließend. Die landesweit 24 Forstämter stehen den Waldbesitzenden auch hier mit Rat und Tat gerne zur Verfügung.

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