„Indian Summer” im Thüringer Wald

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Die ersten Laubbäume färben sich und läuten den Herbst ein: Der „Indian Summer“ ist bald auch in Thüringen zu erleben / Bild: Daniela Tröger

Farbenfrohe Thüringer Wälder

Der milde Spätsommer geht in den Herbst über. Die heimischen Laub- und Mischwälder zeigen sich spektakulär bunt.

Erfurt (hs): Es gibt ihn nicht nur in Kanada oder den USA: Den „Indian Summer”. Spektakulär bunte Wälder in den laubholzreichen unteren und mittleren Höhenlagen Thüringens begeistern die Erholungssuchenden. Ausgelöst durch die abnehmende Tageslänge, offenbaren sich Buchen, Eichen, Eschen, Ahorne und Linden mit herrlichen Blattfärbungen von Grün, Gelb, Orange, Rot bis Braun, oft verbunden mit einem immer wieder strahlend blauen Himmel. Diese enorm reizvolle Jahreszeit von Ende September bis Ende Oktober, die mit dem kompletten Blattfall allzu schnell ihr Ende findet, kann auf über 11.300 km Waldwegen derzeit in den heimischen Wäldern genossen werden.

„Es sind biochemische Prozesse, die diese Blattfärbungen bei den Laubbäumen verursachen: Das intensiv grünfärbende Chlorophyll, für die lebenswichtige Fotosynthese im Blatt verantwortlich, wird in dieser Zeit in Stamm und Wurzeln gespeichert, damit der Laubbaum gleichsam in Winterruhe gehen kann. Damit kommen andere Farbstoffe für kurze Zeit im Blatt zum Zuge, die die vielfältige Herbstfärbung verursachen”, erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Eine völlig andere Überwinterungstaktik wenden die immergrünen Nadelbäume wie Fichte, Weiß-Tanne oder Kiefer an. Sie bilden eine Wachsschicht auf ihren Nadeln und verschließen so die Spaltöffnungen, durch die ansonsten Wasser verdunstet. In der kalten Jahreszeit wäre Wasserverdunstung über die Krone für den Baum verhängnisvoll, da dieser im wintergefrorenen Boden das Wasser über die Wurzeln nicht aufnehmen kann.

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