Lernen auf Top-Niveau: Sanierung der Schule in Goldbach nach sechs Jahren abgeschlossen

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Einer von drei neuen Eingängen zur Grundschule Goldbach

Pünktlich um 7:45 Uhr kann am 11. August das Schuljahr 2025/2026 an der Grundschule in Goldbach starten. Nach sechs Jahren Bauzeit ist der Gebäudekomplex fertiggestellt. Die Freude beim Gothaer Landrat Onno Eckert und bei Schulleiter Mathias Stellmacher ist groß.

2019 begann die aufwendige Sanierung des alten DDR-Plattenbaus. Seit ihrer Einweihung im Jahr 1968 hat die Grundschule schon einiges erlebt. Diese Auffrischung war jedoch von einer neuen Dimension. Bei der Kernsanierung wurde die Fassade erneuert, die Klassenzimmer umgestaltet und die Kellerräume ausgebaut. Außerdem erhielt das alte Schulgebäude eine weitere Etage. Um trotzdem ausreichend Platz für die derzeit 251 Schülerinnen und Schüler zu haben, ließ das Landratsamt die Einrichtung um einen Anbau erweitern. Jetzt beherbergt die Schule elf statt sechs Klassenzimmer, zwei Horträume, einen Medienraum, einen Sozial- und Arztraum sowie das Atrium. Letztgenanntes ist ein offener Multifunktionsbereich mit Lichtkuppel, in dem gegessen wird, aber zum Beispiel auch Filme über einen großen Bildschirm gesehen werden können. Mathias Stellmacher und seine 13 Lehrerkolleginnen und -kollegen sowie acht Erzieherinnen sind begeistert. „Wir sind 2019 mit der gesamten Schule nach Warza gezogen. Dort teilten wir uns die Räumlichkeiten mit der damaligen Regelschule – heute die Gemeinschaftsschule – Warza. Das war für unsere Kinder eher suboptimal, da die weiterführende Schule nicht über die notwendigen Freizeit- und Entspannungsbereiche verfügt, die Kinder im Grundschulalter benötigen“, sagte der Direktor.

Die Baumaßnahmen an der Grundschule waren notwendig, da sie nicht über ausreichend Kapazitäten verfügte. Einige Erweiterungswünsche hinterlegte Matthias Stellmacher bereits 1998 und 2011 beim Landratsamt. Wenn am Montag die Klassen 1 bis 4 wieder zum Unterricht erscheinen, werden sie erstmals seit über einem Jahrzehnt unter einem Dach lernen können. „Ich freue mich darauf die strahlenden Kinderaugen sehen zu können“, meinte Stellmacher.

Fertig werden sollte der Umbau bereits 2021. Neben externen Umständen sorgten auch einige innere Angelegenheiten für Verzögerungen. „Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg haben uns kalt erwischt. Durch die Preissteigerungen und die Materialknappheit ist es auf der Baustelle nicht so flüssig gelaufen“, sagte Landrat Onno Eckert. Dabei blieb er aber auch selbstkritisch. „Als Baufirmen vom Projekt abgesprungen sind und eine sogar pleiteging, hätten wir im Landratsamt etwas risikoreicher bei den Vergabeverfahren und Ausschreibungen sein müssen“, ergänzte er. Hier möchte die Behörde von vergangenen Fehlern lernen und zielstrebiger handeln. „Wenn neun von zehn Anträge für Verfahren durchgehen, kann das nur als Erfolg verbucht werden“, meinte Eckert schmunzelnd. Ob im Nachhinein ein völliger Neubau günstiger gewesen und schneller fertiggeworden wäre, könne der Landrat nicht mit Bestimmtheit sagen. „Bei einer Entkernung von Gebäuden merkt man erst im Prozess, was an der Bausubstanz nicht stimmt“, sagte er mit Blick auf zum Beispiel fehlende Fundamente. Letzten Endes hat der Landkreis bisher 12,4 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Davon stammen 4,4 Millionen Euro aus Fördermitteln vom Bund und vom Freistaat Thüringen.

Vor dem Schulstart am 11. August ist jedoch noch einiges zu erledigen. Die Außenanlage ist noch nicht fertig. „Es fehlen noch das Kleinsportfeld, ein Gerätehaus kommt noch hinzu und ein „Grünes Klassenzimmer“ wird konstruiert“, verkündete Matthias Stellmacher stolz. Im kommenden Jahr sollen jedoch alle Maßnahmen abgeschlossen sein. Auf der anderen Seite heißt es für die Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher einmal kräftig mit anpacken. Seit Montag ist das Kollegium damit beschäftigt, den Innenbereich der Schule für die wissbegierigen Kinder vorzubereiten. „Die letzten Schränke werden aufgebaut und eingeräumt, die Tische und Stühle werden ausgerichtet und zum Abschluss putzen wir vielleicht noch die Fenster“, scherzte der Schulleiter. Obendrauf kamen am 8. August die Vorbereitungen für die Schuleinführung der Goldbacher Schüler in Ballstädt. Bis Samstagabend hatten sie somit noch einiges zu schaffen.

Für die Räume der 3. und 4. Klassen fehlen dem Schulleiter lediglich die interaktiven Tafeln. Alle Klassenstufen darunter arbeiten mit konventionellen. „Der ein oder andere fragt sich jetzt warum? Ganz einfach: Es ist unglaublich wichtig, dass Erst- und Zweitklässler das Schreiben klassisch mit dem Stift oder mit Kreide an der Tafel lernen“, offenbarte Stellmacher. Generell wird unnötige Technik aus den Klassenräumen und den Schulfluren ferngehalten. „Wir haben eine strikte Handyordnung. Sie dürfen in der Tasche mitgeführt werden, aber vor dem Betreten des Schulgeländes sind sie abzuschalten“, erklärte der Direktor ernst. Gleiches gelte auch für Smartwatches. Den Schülerinnen und Schülern sowie Eltern stehen im Notfall die Telefone im Sekretariat oder Lehrerzimmer zur Verfügung.

Trotz Bauverzögerung, Einschränkungen im Unterricht durch weitere Maßnahmen am Schulhof und viel Improvisationstalent der Lehrkräfte können sich die Grundschüler auf eine moderne Bildungseinrichtung freuen. „Wenn man es nicht weiß, würde man nicht vermuten, dass dieses Gebäude einst ein DDR-Plattenbau war“, schloss Landrat Onno Eckert.

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