NABU bittet: Insekten jetzt genauer unter die Lupe nehmen

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Insektenzählung im Garten von Anne Rixmann in Köln-Klettenberg Foto: Michael Sieber

Der Naturschutzbund Thüringen (NABU) bittet: Ab Pfingsten Insekten zählen und melden bei der Mitmachaktion Insektensommer / Marienkäfer im Mittelpunkt

Sechs Beine, roter Panzer, schwarze Punkte: Beim NABU-Insektensommer spielt der Marienkäfer in diesem Jahr eine besondere Rolle. Jeder kennt das beliebte Glückssymbol aber kaum jemand weiß, dass es in Deutschland etwa 70 Marienkäfer-Arten gibt. Am häufigsten sind der einheimischen Siebenpunktmarienkäfer und der Asiatischen Marienkäfer, der erst vor wenigen Jahren vom Menschen eingeschleppt wurde. „Auch bei uns in Thüringen kommt diese Art schon vor und hat sich massiv ausgebreitet“, sagt Ronald Bellstedt der Sprecher des Landesfachausschusses für Entomologie im NABU Thüringen. „Der Insektensommer kann uns dabei helfen, mehr darüber zu erfahren, wie weit sich diese invasive Art im Freistaat verbreitet hat.“ Der NABU Thüringen ruft deshalb interessierte Bürgerinnen und Bürger auf am Insektensommer teilzunehmen. Die Mitmachaktion findet vom 29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August deutschlandweit statt.

Beobachten und zählen kann jeder und das fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang. Gemeldet werden die Beobachtungen online unter www.insektensommer.de oder mit der kostenlosen App NABU Insektenwelt.

Aber nicht nur die Marienkäfer ¬– jeder gesichtete Sechsbeiner soll dem NABU gemeldet werden. Auf einige in Deutschland häufig vorkommende Arten ist jetzt im Frühsommer besonders zu achten. Außer den Marienkäfern sind das zum Beispiel Steinhummel, Florfliege, Hainschwebfliege, Tagpfauenauge, Lederwanze, Blutzikade und Admiral. Wer diese Tiere nicht kennt, kann sie ganz einfach mit dem NABU-Insektentrainer unterscheiden lernen. Und wenn man sich bei der Art nicht sicher ist, kann man auch einfach die Gruppe von Insekten angeben,  zum Beispiel Schmetterling oder Käfer. Der NABU-Insektenexperte Ronald Bellstedt erklärt: „Am besten lassen sich Insekten an einem warmen, trockenen und windstillen Tag beobachten.“

Der NABU engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund.

Die  Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr beteiligten sich 16.300  Menschen mit über 6.300 Beobachtungen.

Foto: NABU/M. Sieber

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