Am Sonntag, den 2. November 2025 verstarb in seinem Geburtsort Wechmar Horst Ehrhardt, der erste Bürgermeister des Dorfes Wechmar nach der Friedlichen Revolution.
Von 1990 bis 1994 leitete er als Bürgermeister und bis 1999 als Ortschaftsbürgermeister die Geschicke seines Heimatortes. 1998 war er maßgeblich an der Bildung der Einheitsgemeinde Günthersleben-Wechmar beteiligt, in deren Verwaltung er sich bis zum Eintritt in die Rente als Bauamtsleiter engagierte. Am 11. Januar 2005 wurde er durch Bürgermeister Knut Kreuch gemeinsam mit seinem Kollegen Manfred Haase zum ersten Ehrenbürgermeister der Gemeinde Günthersleben-Wechmar ernannt.
Aus einem landwirtschaftlich geprägten Elternhaus stammend, fühlte sich Horst Ehrhardt den Feldern und Wäldern besonders verbunden, sodass es für ihn ein Herzensanliegen war, den Gemeindewald von Wechmar bei Georgenthal im Jahr 1990 zu kommunalisieren und dessen Bewirtschaftung auf sichere Beine zu stellen. Selbst engagierter Forstwirt und Jäger gründete er die Forstbetriebsgemeinschaft und die Jagdangliederungsgenossenschaft, die noch heute sehr erfolgreich arbeiten.
Im Jahr 1992 wurde Horst Ehrhardt Mitglied des Wechmarer Heimatvereins, dem er 33 Jahre lang angehörte und wo er immer mit Stolz seine Tracht trug. In seinen kommunalen Verpflichtungen war ihm die Förderung der Vereine eine wichtige Aufgabe, sodass er maßgeblich das 1. Wechmarer Heimat- und Trachtenfest 1992, das 1. Gesamtdeutsche Bundestrachtenfest 1994 und das 1. Internationale Wechmarer Trachtentreffen 1997 förderte.
Eine besondere Freude als Würdigung seines Lebenswerkes war ihm im Jahr 2004, bevor er in den Ruhestand eintrat, der Gewinn der Goldmedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“, denn er sah darin die von ihm eingeleiteten Maßnahmen zum Bau eines Gewerbegebiets, zur Sanierung des Dorfes oder zum Bau einer neuen Schule belohnt. Seine letzte große öffentliche Ehrung hatte Horst Ehrhardt zum 25. Jubiläums-Laubmännchenfest 2023, wo er selbst als Laubmann ins Blätterkostüm schlüpfen durfte.
Horst Ehrhardt liebte die Wechmarer Geschichte und konnte aus Erzählungen seiner Eltern und aus selbsterlebtem viel berichten. Er nahm es nicht übel, wenn ihn Freunde mit seinem Spitznamen „Der Wisse“ riefen, den ihm einst sein Vater Ernst Ehrhardt, genannt der schwarze Ehrhardt, gab, weil Horst, anders als seine Brüder blonde (weiße) Haare trug. Zu DDR-Zeiten schon Mitglied des Gemeinderates für die Demokratische Bauernpartei Deutschlands, leitete er engagiert die Konfliktkommission, was ihm aufgrund seines Spürsinns und seines Geschicks den Namen „Der kleine Staatsanwalt“ eintrug. Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Schütz im Januar 1990 leitete Horst Ehrhardt bereits Gemeindevertretung und Gemeindeverwaltung. Gern ließ er sich in die Verantwortung nehmen, war Mitglied vieler Vereine und ab 2005 auch Vorsitzender der Schützengesellschaft Wechmar, eines Amtes, das er vor wenigen Jahren an seinen Sohn Andreas Ehrhardt übergab.
Horst Ehrhardt wird fehlen. Wir trauen mit seiner Frau Brunhilde und seinen Kindern mit Familien.
Knut Kreuch























