Steffen Fuchs zur Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Gotha – Leinefelde

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Steffen Fuchs, Grünes Kreistagsmitglied

Zur Auseinandersetzung über die zu niedrig geplanten Straßenbrücken über die Bahnstrecke Gotha – Leinefelde bei der neuen B 247 erklärt Steffen Fuchs, Grünes Kreistagsmitglied:

„Es wäre ein Schildbürgerstreich, wenn durch zu niedrig angelegte Straßenbrücken im Verlauf der neuen Bundesstraße 247 die absehbare Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Gotha – Leinefelde unnötig erschwert und verteuert würde. Selbstverständlich muss jetzt nachgeholt werden, was das Straßenbauamt Nordthüringen im Planfeststellungsverfahren versäumt hat: Die sogenannte lichte Höhe unter den Brücken muss so bemessen werden, dass ohne wesentliche Veränderungen am Brückenbauwerk und am Gleiskörper die Eisenbahnstrecke mit einem Fahrdraht versehen werden kann. Der Mühlhäuser Oberbürgermeister Bruns hat daher vollkommen Recht, wenn er angesichts der langen Nutzungsdauer von Brücken auf der Anpassung besteht. Allerdings ist es nicht lohnend, sich jetzt auf lokaler Ebene über die Versäumnisse der zuständigen Ämter und Planungsbehörden zu zerlegen. Sowohl die alte Landesregierung als auch das Straßenbauamt hätten frühzeitig Vorsorge für die Elektrifizierung der Strecke treffen müssen, indem bei neuen Brücken und Ersatzneubauten über Bahnstrecken die lichte Höhe grundsätzlich so zu bemessen ist, dass eine Elektrifizierung ohne teure Anpassungen möglich ist. Das hätte spätestens im Planfeststellungsverfahren erfolgen müssen. Noch besser wäre eine grundsätzliche Weisung an alle Straßenbauämter, die das klar regelt. Ein solches Rundschreiben des Bundes dazu steht bis heute aus.

Die Elektrifizierung der Strecke Gotha – Leinefelde ist für die Anbindung Nord- und Mittelthüringens an die Knoten Göttingen und Erfurt sowie für den Binnenverkehr in Thüringen enorm wichtig. Mit der lange erwarteten Elektrifizierung der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) Weimar – Gößnitz, könnte die Regionalexpress-Linie 1 elektrisch fahren. Ansonsten droht eine Unterbrechung in Erfurt, da es dann unsinnig wäre, von Erfurt über Jena nach Gera und bis Südwestsachsen nicht elektrisch zu fahren, sondern mit Diesel. Die durchgehenden Verbindungen von Nordthüringen nach Ostthüringen wären dann Geschichte. Das wäre für die Fahrgäste bahnpolitisch das völlig falsche Signal!

Außerdem hat die Elektrifizierung erhebliche Umweltvorteile, da Dieselkraftstoff ersetzt wird. Auch die Betriebskosten werden durch diese Investition gesenkt. Deshalb brauchen wir den elektrischen Lückenschluss zwischen Leinefelde und Gotha. Die Landesregierung und die Region müssen ihre Kräfte bündeln, damit zwischen Gotha und Leinefelde möglichst zeitgleich mit der MDV-Elektrifizierung der Fahrdraht unter Spannung steht. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Entweder wird das Projekt über den Bundesverkehrswegeplan oder ein Sonderprogramm zur Streckenelektrifizierung realisiert. Die neue Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Elektrifizierungsprogramm, das auch Vorhaben außerhalb des Bundesverkehrswegeplans enthalten wird. Die Länder Bayern und Baden-Württemberg haben schon jetzt Strecken für dieses Sonderprogramm ausgewählt und priorisiert. Wir müssen in Thüringen schnell nachziehen. Es kann nicht sein, dass wir hier noch über den Sinn von Streckenelektrifizierungen philosophieren, während dafür bereits die Vorplanungen in die Wege geleitet werden könnten. Wer am schnellsten Baurecht schafft, kann zuerst das Geld vom Bund verbauen und mit der Elektrifizierung loslegen.“

Um künftig solchen unnötigen Problemlagen und Verzögerungen vorzubeugen, schlagen Fuchs und Albrecht Loth, Sprecher des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen Gotha, vor, eine zeitnah stattfindende Regionalkonferenz zum Thema Verkehr zu organisieren, in der Ministerium, Bahn, Gemeinden, Fahrgastverbände und Bürgervertreter/innen an einem Tisch gemeinsam dazu beraten.

MSB Kommunikation

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