„Alles eine Frage des Formats?!“

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Alles eine Frage des Formats: Blick in die Ausstellung. Foto: KTS

Gotha (red, 8. Januar). Noch bis zum 16. Januar 2022 ist die aktuelle Ausstellung unter dem Titel „Alles eine Frage des Formats?!“ im KunstForum Gotha zu besichtigen.

Sie präsentiert Werke von 54 Mitgliedern des Verbandes Bildender Künstler Thüringen e. V. (VBK). In Gotha sind 37 zu sehen, weitere sind in der Parallelausstellung in Jena zu sehen.

Neben den klassischen Gattungen Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Bildhauerei sind auch architekturbezogene Kunst und Video vertreten.

Sind Zeichnung und Druckgrafik eher „klein“, Malerei und Bildhauerei zumeist „groß“? Kann eine Miniatur nicht auch monumentale Wirkung besitzen? Die Frage nach dem Format, der Größe eines Kunstwerkes, seiner Darstellungsform, aber auch seinem Material, seiner Bildsprache und Technik geht immer auch mit inhaltlichen Fragestellungen einher: Was will ich ausdrücken, warum und mit welchen Mitteln? An wen richtet sich das Werk? Für welchen Ort ist es gedacht? Soll es einen bestimmten Zweck erfüllen? Dabei spielen nicht selten auch triviale praktische Gesichtspunkte eine Rolle: Bietet mein Atelier ausreichend Platz? Ist die Umsetzung der Idee in der vorgesehenen Technik machbar?

Auch wenn die einzelnen Werke der Ausstellung in allererster Linie als autonome Kunstwerke für sich stehen, verraten sie im Kontext des Ausstellungsthemas so manches über persönliche Sichtweisen, inhaltliche Überlegungen und künstlerische Entscheidungsprozesse ihrer Autorinnen und Autoren.

Die breite Palette der Ausstellungsbeiträge macht deutlich, dass die Frage nach dem Format nur auf den ersten Blick ein rein formalästhetisches Problem ist. Sie stellt eine grundlegende Entscheidung in Hinblick auf die Aussage des zu realisierenden Werkes dar.

Die Dialektik zwischen Form und Inhalt, zwischen Gestalt und Gehalt ist eine der zentralen künstlerischen Kategorien. Nicht zuletzt spiegeln sich in den großen und kleinen Werken auch die verschiedenen Künstler/innen-Persönlichkeiten wider: Manche brauchen die große, laute malerische Geste, die auch körperliche Kraftanstrengung bedeutet; andere lieben das intime, ruhige Arbeiten im Kleinformat; einige benötigen zum Ausgleich und zur Abwechslung beides.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler in Gotha:
Falko Bärenwald, Karl Heinz Bastian, Wolf Bertram Becker, Susanne Besser, Mario BieRende, Siegfried Böhning, Marianne Conrad, Michael Ernst, Claudia Fischer, Ekkehard Franz, Elvira Franz, Peer Galus, Peter Genßler, Cosima Göpfert, Johannes Gräbner, Rainer Jacob, Gunnar Jakobson, Gabriele Just, Nina Klatt-Starke, Annekatrin Lemke, Marie-Luise Leonhardt-Feijen, Stefan Leyh, Rüdiger Mußbach, Susen Reuter, Christian Sachs, Lydia Schindler, Sven Schmidt, Bettina Schünemann, Wolfgang Schwarzentrub, Wolfgang Sobol, Barbara Toch, Konstanze Trommer, Philipp Valenta, Marion Walther, Steffi-Babett Wartenberg, Sebastian Weise, Gudrun Wiesmann

Die Ausstellung wird gefördert durch die Thüringer Staatskanzlei. Der Katalog zur Ausstellung ist vor Ort im KunstForum Gotha erhältlich.

Die Einhaltung der 2G-Regelung sowie das Tragen einer qualifizierten und der aktuellen Thüringer Verordnung entsprechenden Maske ist während des gesamten Ausstellungsbesuches erforderlich.

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