Auf den Spuren der herzoglichen Sammlung

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Historischer Rundgang – Lackkunst. Foto Boris Hajdukovic/Stiftung Schloss Friedenstein

Gotha (red, 18. Mai). Morgen startet 18 Uhr ein historischer Rundgang „Auf den Spuren der herzoglichen Sammlung“ im Herzoglichen Museum Gotha, die die Sonderausstellung „Wieder zurück in Gotha! Die verlorenen Meisterwerke“ um eine weitere Erzählebene ergänzt.

An elf Stationen besteht die Möglichkeit, mittels historischer Ansichten am originalen Ort die ehemalige Fülle und den Reichtum der in mehr als 300 Jahren von den Gothaer Herzögen zusammengetragenen Bestände zu ergründen.

Da das Herzogliche Museum keine Magazinbereiche besaß, dokumentieren die Abbildungen die gesamte Sammlungsbreite, die damals für die Öffentlichkeit erfahrbar war. Zugleich vergegenwärtigen die Aufnahmen frühere Präsentationsformen und -strategien und die bis zum Zweiten Weltkrieg erfolgten Umstrukturierungen.

Der Rundgang erstreckt sich über das gesamte Haus und seine unterschiedlichen Bereiche. Die Stelen schaffen eine doppelte Raumerfahrung – jene von heute und die von vor über 100 Jahren –, da sie jeweils in den Räumen stehen, die die historischen Abbildungen zeigen.

Maria Schröder, wissenschaftliche Volontärin der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, sagt zu dem von ihr verwirklichten Projekt: „Die im Rundgang gezeigten Abbildungen sind Fenster in die Vergangenheit, die einen lebendigen Einblick in die Geschichte des Hauses geben.“ Die „Fenster“ sind Aquarelle und ab etwa 1890 gemachten Fotografien, die die historischen Ausstellungsräume zeigen. Sie sind kurz nach der Eröffnung des Herzoglichen Museums entstanden, wo die Gothaer Sammlungen – bis auf die Bibliothek und das Münzkabinett – dem Publikum ab 1879 präsentiert wurden.

Die Schau erzählt vom Aufstieg, Fall und der Wiederentdeckung einer jahrhundertealten Sammlung, die vollständig verloren war und mittlerweile ihre historische Bedeutung zurückerlangen konnte.

Verkäufe von sogenannten „entbehrlichen“ Objekten, Verlagerungen nach Coburg als „zeitweilige Schutzmaßnahme“, Abtransporte durch die sowjetischen Trophäenbrigaden und Diebstähle in den Wirren des Zweiten Weltkrieges schmälerten die Bestände der Gothaer Sammlungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Verluste wiegen bis heute schwer und sind nur teilweise zu rekonstruieren. Neben Inventaren und Dokumenten in den Archiven stellen die nun gezeigten historischen Aufnahmen der Sammlungen eine wertvolle Quelle dar, um Verlustobjekte eindeutig zu identifizieren.

Eintritt:
5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

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