AbL: „Besser spät als nie – Thüringen fördert Kosten fürs Tierwohl“

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Da gehören Kühe hin – auf die Weide. Foto: Günter Havlena/pixelio.de

Haina (red/rw, 10. Juni). „Die vom Landwirtschaftsministerium nun endlich auf den Weg gebrachte Förderung von Milchkühen auf der Weide ist ein erster Schritt in die richtige Richtung: Betriebe, die sich besonders für das Tierwohl engagieren, dürfen nicht auf den dabei anfallenden Mehrkosten sitzen bleiben“, sagt Reiko Wöllert, Landesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL) und selber Milchbauer in Haina bei Gotha.

Jeder Kuhfladen auf der Weide biete Nahrung für 200 g Insekten und wirkt so dem Insektensterben entgegen. Weidegang trägt auch zum Erhalt des wertvollen Dauergrünlandes bei, das über die CO2-Speicherung einen wichtigen Beitrag zur Klimastabilisierung leistet, „Außerdem ist die Weidemilch wegen des erhöhten Anteils an Omega3-Fettsäuren nachweislich gesünder, nur wegen des deutlich erhöhten Arbeitsaufwandes eben leider auch teurer“, wie Wöllert aus der eigenen Praxis weiß und weiter: „Aber wer einmal Kühe beim ersten Weidegang im Frühjahr auf der Weide hat herumspringen sehen, weiß, dass dies für sie die einzig artgerechte Haltung ist.“

Sechs lange Jahre habe es gedauert, bis die Vorschläge der AbL umgesetzt wurden, sechs Jahre, in denen weiter Betriebe ihre Milchviehhaltung aufgegeben hätte. „Nun bleibt zu hoffen, dass viele Betriebe von der Förderung erfahren und es schaffen, den Antragstermin 30. Juni einzuhalten. Bislang konnten sie nur durch Zufall davon erfahren“, so Wöllert weiter und abschließend: „Ich gehe fest davon aus, dass etliche Betriebe durch die Förderung ermuntert werden, ihre Kühe wieder auf die Weide zu lassen, und davon profitieren schlussendlich alle: Kühe, Bauern, Verbraucher und die Natur!“

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