Beratungsangebot für ehemalige DDR-Heimkinder wird gut angenommen

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bäudekomplex des Geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau. Foto: Stefan Kühn/Wikipedia

Erfurt (red, 21. Dezember). Matthias Morawski ist Referent für Bürgerberatung und Rehabilitierung beim Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Er berichtete, dass über 150 betroffene DDR-Heimkinder bisher das neu geschaffene Beratungsangebot des Landesbeauftragten genutzt hätten. Neben Fragen zur persönlichen und familiären Schicksalsaufklärung ließen sich die Betroffenen zur Rehabilitierung nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen beraten.

Mit dem 2019 vom Bundestag vorgenommenen Änderungen am „Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungsrechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR und zur Änderung des Adoptionsvermittlungsgesetzes“ wurden u. a. Beweiserleichterungen festgelegt. Zudem wurde die Mindestdauer einer rechtsstaatswidrigen Freiheitsentziehung für die Inanspruchnahme der sogenannten „Opferrente“ von 180 Tage auf 90 Tage abgesenkt.

Seit 1. Mai 2021 hat der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur die Aufgabe der Beratung ehemaliger DDR-Heimkinder in Thüringen übernommen. So wolle man dem begründeten Anliegen von Betroffenen und deren Verbänden nach zeitlich unbegrenzter Beratung und erweiterter Unterstützung nachkommen. Besondere Bedeutung habe nach wie vor die Aufarbeitung der eigenen Biografie sowie die Unterstützung bei der Inanspruchnahme psychosozialer und amtlicher Hilfen.

Daneben lädt der Landesbeauftragte ehemalige DDR-Heimkinder und Menschen mit Diktaturerfahrung zu regelmäßigen Gruppentreffen in Erfurt, Gera, Leinefelde und Suhl ein. Trotz coronabedingter Einschränkungen konnten dies Jahr 18 Treffen stattfinden. Die Teilnehmenden können sich in einem geschützten und fachlich begleiteten Rahmen mit ihren Erfahrungen und Erlebnissen in den Heimen und Jugendwerkhöfen der DDR-Jugendhilfe, in den Haftanstalten und als Verfolgte oder Diskriminierte der SED-Diktatur auseinandersetzen. Dabei liegt der Fokus besonders auf die Förderung von zwischenmenschlichen Beziehungen, einer besseren Alltagsbewältigung und der Vermittlung von Erklärungswissen.

Kontakt:
Matthias Morawski, Referent für Bürgerberatung und Rehabilitierung,
Tel. 0361 57 3114 959
E-Mail: morawski@thla.thueringen.de

H&H Makler

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