„Die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun“

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Fotos: Stiftung Schloss Friedenstein

Gotha (red, 1. Juli). In Anwesenheit von Preisstifter Engelbert Dicken und Tochter Antonia Dicken-Begrich wurde der diesjährige „Eva-Maria-Dicken-Preis“ verliehen.

Eigentlich wäre der Preis, der seit 2011 vergeben wird, in diesem Jahr zum zehnten Mal ausgelobt worden. Coronabedingt musste die Preisverleihung 2020 entfallen.

Das Thema für 2021 lag auf der Hand: Passend zur Bundesgartenschau sollten Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren das Motto „Die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun“ sich künstlerisch betätigen.

Mit der Herzoglichen Orangerie wurde ein ideales Ambiente für die Präsentation der Arbeiten gefunden, wofür der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie den Orangerie-Freunden Gotha e. V. zu danken ist.

Da gerade im Kreis Gotha die Corona–Zahlen lange hoch waren und Präsenzunterricht erst seit Kurzem wieder stattfinden kann, ist es umso erfreulicher, dass 51 kreative Arbeiten eingereicht wurden.

Eine Jury ermittelte die drei ersten Preise, die feierlich übergeben wurde. Weil aber 2021 gerade für die Kinder und Jugendlichen nicht leicht war, beschloss die Jury, neben den Preisträger*innen allen Teilnehmenden eine kleine Anerkennung für ihr Engagement zu überreichen.

Die Stifter
Stifter des Preises ist Familie Dicken aus Wuppertal. Eng mit Gotha und den Kunstsammlungen, speziell zu Hannah Höch, verbunden, erlebten sie durch Ausstellungen von Kinderkunst im Schloss die kunst- und museumspädagogische Arbeit in der Stiftung. 2011 entschloss sich die Familie, im Rahmen einer Zuwendungsvereinbarung für den Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e. V. und mit Unterstützung der Kreissparkasse Gotha Kapital für die Preisgelder zu stiften.

Wiederholt wird zudem ein Publikumspreis vergeben, ausgelobt vom Freundeskreis Kunstsammlungen in Höhe von 100 Euro. Verliehen wird dieser am Ende der Ausstellung, die vom 30. Juni bis zum 5. September dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr im Orangenhaus der Herzoglichen Orangerie Gotha zu sehen ist. Der Eintritt ist kostenfrei.

Die Preisträger 2021
Platz 1: Gemeinschaftsarbeit, Klasse 9, Gymnasium Ernestinum Gotha
Begründung der Jury: Die Jury überzeugte die Zusammenstellung der gemeinschaftlichen Arbeit mit hervorragenden Einzelleistungen, die sich gegenseitig ergänzen. In sich stimmig, geben die Drucke in ihrer Gesamtheit mit sonnigen und schattigen Ecken die Atmosphäre eines Gartens wieder, in dem es kreucht und fleucht. Dabei wurde die Gestaltung eines Wortspiels als Garten-Konzert als besonders fantasievoll hervorgehoben. Eine Kostprobe: „Rascheln, huscheln, plätschern, fiepen, piepen, zwitschern, kreischen, schreien, pochen, klopfen, zirpen…“

Platz 2: „Garten to go“, Saskia Jennewein aus Tüttleben, Arnoldischule Gotha, 12 Jahre
Begründung der Jury: Saskias „Garten to go“ ist eine Liebeserklärung an den Garten, ganz im Sinne der großen Gothaer Künstlerin Hannah Höch (der Jury rief es sofort ihr berühmtes Zitat „Ich verreise in meinen Garten“ ins Gedächtnis).
Die Assemblage in ihrer üppigen Farbigkeit und originellen Gestaltung überzeugte die Jury. Als „Garten to go“ – dabei anklingend die Corona-Zeit, in der die Arbeit entstand – spiegelt sie ungebrochene Lebensfreude wider: Gartenfreude zum Mitnehmen. Welch schöne Idee für alle, die einen eigenen Garten vermissen! Ein weiterer Vorteil: Man muss ihn nicht pflegen. Die augenzwinkernde Idee wird von der Jury mit einem Preis gekürt.

Platz 3: Gemälde „Gartenlandschaft“, Iman Shuaibat aus Ilmenau, 17 Jahre
Begründung der Jury: Iman setzte das Thema in besonders gelungener wie buchstäblicher Form um. Ihr gelingt es, den Betrachter fast magisch in den Bann ihres gemalten Gartens zu ziehen. Die Künstlerin verbindet mit dem Garten die Erinnerung an einen geliebten Menschen, wie sie in ihrem Statement betont. Sie verwendet Tulpen, die Lieblingsblumen ihres Großvaters. Der blaue Himmel, die sonnenbeleuchteten Blumen und der Weg führen die Augen des Gartenbesuchers in die Weite der Landschaft, ohne von einem festen Zaun eingegrenzt zu werden.

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