Lions sammeln Spenden für Ukraine-Hilfe

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Die Friedenstaube. Fotografik: Gerd Altmann/Pixabay

Gotha (red/hb, 10. März). Die Lions in Gotha wollen kurzfristig 10.000 Euro Spenden zur Ukraine-Hilfe organisieren. Sie werden als Grundstock 3.000 Euro aus dem Klubkonto entnehmen.

Anlass dafür war eine Bitte von Sergej Chmara, der im Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrum von ThüringenForst in Gotha arbeitet und den er an seine Arbeitskolleginnen und -kollegen sandte.

Unter ihnen ist auch Dr. Gerhard Struck, der Leiter des Forstamtes in Finsterbergen, der zu Gothas „Lions“ zählt.

„Liebe Kolleginnen und Kollegen, 
Ukraine – übersetzt aus dem Ukrainischen – bedeutet ,das Land an der Grenze‘.
Die Region, aus der ich stamme, heißt Zakarpatje (Transkarpatien) und grenzt unmittelbar an Rumänien, Ungarn, Polen und die Slowakei.
Hier leben schon seit Jahrhunderten Ukrainer, Russen, Rumänen, Ungarn, Slowaken, Polen, Deutsche (im 18. Jahrhundert vor der Hungersnot aus dem Schwäbischen geflohen), Sinti, Roma und Juden zusammen.
Jede Nation hat ihre eigene Mentalität, Kultur, Sprache und teilweise auch Religion. Das Miteinander funktioniert nicht ohne Spannungen und Probleme, aber seit Jahrhunderten friedlich.

Jetzt ist Krieg in der Ukraine und die Menschen leben im Ausnahmezustand. Wer nicht direkt betroffen ist, der versucht zu helfen, wo er kann.

Meine Schwester ist Lehrerin am Gymnasium. Anstatt zu unterrichten, näht sie seit Tagen mit ihren Schülern aus alten Kleidungsstücken große Tarnnetze für die Armee und betreut Flüchtlinge aus der Ostukraine. Mein Schwager ist Rentner, er war lange Jahre bei der Berufsfeuerwehr und unterstützt jetzt den Zivilschutz. Bekannte und Freunde sind an der Front und es gibt die ersten Toten und Verletzten. Meine beiden Neffen sind 20 und 25 Jahre alt. Sie haben noch niemals eine Waffe in der Hand gehalten und warten voller Angst auf ihren Einberufungsbefehl und meine 80-jährige Mutter versteht die Welt nicht mehr.

Dieser Krieg fordert aber nicht nur viele Opfer, er produziert auch Hass auf beiden Seiten. Mein bester Schulfreund ist Russe, er lebt jetzt in der Nähe von Mariupol und ist genauso in Gefahr wie seine ukrainischen Kollegen, Nachbarn oder Freunde. Der Sohn meines Cousins ist mit einer Russin verheiratet und lebt mit ukrainischem Pass in Russland. Ich hoffe und wünsche, dass ihnen allen ihre Nationalität in diesem Konflikt nicht zum Verhängnis wird.

Diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen und fast jede Familie in der Ukraine kann derartige Geschichten erzählen. Umso wichtiger ist es, dass dieser Krieg so schnell wie möglich beendet wird, Ukrainer und Russen sich wieder gegenseitig respektieren und in

Nach einer ersten Schockstarre haben lnes und ich uns entschlossen, den Menschen in meiner Heimatstadt Mukachevo zu helfen und humanitäre Hilfsgüter an die ungarisch-ukrainische Grenze zu transportieren. Wir haben Kontakt zum Hilfe-Koordinierungszentrum in Mukachevo aufgenommen, organisieren derzeit die gesamte Logistik und werden mit den Verantwortlichen vor Ort abstimmen, was am dringendsten benötigt wird.

Nach ersten Aussagen sind das vor allem Verbandmaterial, Notstromaggregate und kleinportionierte Hygieneartikel für die Reservisten und Flüchtlinge.

Wenn Ihr Euch mit einer Geldspende am geplanten Hilfstransport beteiligen möchtet, dann wären wir sehr dankbar und bitten Euch, dies möglichst bis zum 14. März zu tun.

Der Lions-Förderverein Gotha e. V. unterstützt die Hilfsaktion und stellt ein Spenden­konto bereit:
LIONS Förderverein e. V.; DE65 8205 2020 0750 0067 22; Stichwort: Ukraine-Spende.

Für eine Spendenbescheinigung bitte bei Überweisung (hinter dem Stichwort) den Namen und die Adresse angeben.

Der Hilfstransport ist derzeit für den 19./20. März geplant, die Rückreise für den 21./22. März. Wir suchen noch freiwillige Helfer, die uns am 18. März beim Verpacken und Beschriften der Hilfsgüter unterstützen.
Es kann auch sein, dass wir aufgrund der Menge an Hilfsgütern noch ein zweites Fahrzeug und damit auch ein zweites Fahrerteam benötigen.

Falls also jemand bereit ist, die Tour an die ungarisch­-ukrainische Grenze mit uns gemeinsam zu fahren, dann wäre das echt toll! Bitte meldet Euch diesbezüglich telefonisch oder per Mail bei mir: 03621 225331 oder 0171 4581870 und sergejchmara@forstthueringen.de“

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