Seibickes Sicht (8): „Ich baue jetzt ein neues Floß“

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...sich ein Floß bauen, ist manchmal der erste Schritt zu einer neuen Freiheit. Foto: Foto: Lisa Fotios/Pexels

Gotha (red, 4. Januar). Morgen wird sich entscheiden, um wievieles der wie Lockdown verschärft wird. Olaf Seibicke, Direktor des Gothaer Hotels „Der Lindenhof“ und „Thüringer Hotelier des Jahres“ 2018, kommentiert in loser Folge seit Beginn der Pandemie aus Sicht eines Unternehmers, Arbeitgebers und Fachmanns seiner Branche das aktuelle Geschehen. Sein jüngster Beitrag:

Olaf Seibicke, Direktor des Hotels „Der Lindenhof“ Gotha. Foto: Der Lindenhof

Leben wie Robinson Crusoe
Als Hotelier fühlt man sich wie ein Schiffbrüchiger, der auf einer einsamen Insel abgesetzt wurde. Ähnlich wie bei Robinson Crusoe, wurde unsere Branche vom Coronasturm auf eine Insel gespült. Auf dieser Insel ist niemand. Kein Gast, kein Restaurant & kein booking.com.
Mutige Versuche mit einem selbstgebastelten Floß, beladen mit Essen to go, die Insel zu verlassen, zeigten keinen Weg aufs offene Meer hinaus.
Vielmehr spülte sie uns nach kurzer Zeit mit Ernüchterung zurück ans Ufer und verliefen im Sand. Nun harren wir der Dinge auf unserer Insel.
Ein exzentrischer Modezar sagte einmal, „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“. Kein schiffbrüchiger Hotelier trägt eine Jogginghose. Er rettet im Sturm seinen Verstand, seinen Mut & seinen Optimismus. Und wir nutzen die Zeit zum Reflektieren.
Am Strand sitzend, den Blick in die Ferne schweifend, spürt man die Sehnsucht nach Reisen. Nach Erholung. Nach anderen Bildern im Kopf. Das macht Mut.
Ich baue jetzt ein neues Floß.

Fliesenstudio Arnold

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