Thüringen: Einsatzbereit für die Schneeschmelze

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"Oscar am Freitag"-TV berichtete über das Hochwasser im Juli 2017, als u. a. die Hörsel über die Ufer trat. Foto: "Oscar am Freitag"-TV

Erfurt/Gotha (red, 15. Februar). In den nächsten Tagen beginnt die Schneeschmelze in Thüringen. Die Hochwassernachrichtenzentrale werde die Lage kontinuierlich analysieren und betroffene Gebiete bei einer sich abzeichnenden Gefahr warnen, kündigte Umweltministerin Anja Siegesmund (GRÜNE) an: „Unsere Hochwasseranlagen werden regelmäßig überwacht und im Notfall verstärkt. Ein guter Hochwasserschutz braucht aber auch eine gut organisierte kommunale Gefahrenabwehr, also gut organisierte Wasserwehrdienste in den betroffenen Gemeinden.“

Zur verstärkten Vorsorge der nächsten Tage gehört:

  • Durch die erhöhte Abgabe aus der Saalekaskade in den vergangenen Tagen wurde das Talsperrensystem bewusst entlastet, sodass nun ein Rückhalteraum mit über 120 Mio. m³ zur Verfügung steht [ca. 68 Mio. m³ zusätzlich zum üblichen Hochwasserrückhalteraum im Winter (55 Mio. m³)]. Auch die hochwasserrelevanten Hochwasserrückhaltebecken und Talsperren der Thüringer Fernwasserversorgung sind einsatzbereit und können jederzeit eingestaut werden.
  • Die Gemeinden bereiten sich auf eine mögliche Hochwasserabwehr vor. Eine besondere Bedeutung kommt hier dem gemeindlichen Wasserwehrdienst zu. Dieser ist für die Kontrolle und Verteidigung von Hochwasserschutzanlagen verantwortlich. Die Aufgabe kann von der Gemeinde auf die örtliche Feuerwehr übertragen oder eine eigene Wasserwehre gegründet werden. Seit 2016 wurde die Erstausstattung von 14 Wasserwehrdienste durch das Umweltministerium mit insgesamt ca. 360.000 € gefördert. Neben der persönlichen Schutzausrüstung der Einsatzkräfte (z. B. Gummistiefel und Regenjacken) können auch Boote, Notstromaggregate und Pumpen Teil der förderfähigen Erstausstattung sein. Zudem unterstützt das Umweltministerium die Ausbildung der Einsatzkräfte durch Schulungen zur Hochwasserabwehr. Ministerin Siegesmund wird sich in den nächsten Tagen bei einem Wasserwehrdienst vor Ort über die Ausstattung informieren.

Bürgerinnen und Bürger können sich jederzeit im Internet bei der  Hochwassernachrichtenzentrale oder via App „MeinePegel“ (Apple und Android) über die aktuellen Pegelstände informieren. Hochwasserwarnungen werden dort veröffentlicht.

Die Beobachtung des aktuellen Wettergeschehens ist über die App des Deutschen Wetterdienstes („WarnWetter“ – Apple und Android) möglich.

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