„Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien einen Zahn zulegen“

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Symbolbild: Magnascan/Pixabay

Gotha (red, 20. Juni). Zu den aktuellen Entwicklungen bei der Gasversorgung und dem möglichen Ersatz von Gas- durch Kohlekraftwerke in der Stromerzeugung erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) e. V.:

„Wir beobachten die aktuelle Lage sehr genau. Trotz reduzierter Gaslieferungen aus Russland ist die Gasversorgung derzeit weiterhin stabil. Die jüngsten Entwicklungen verstärken jedoch die Sorge, dass im Winter mit Engpässen bei der Gasversorgung zu rechnen ist. Umso wichtiger ist die Befüllung der Gasspeicher in den nächsten Monaten. 

Hierfür braucht es eine gemeinsame Kraftanstrengung. Die Bundesregierung hat die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Industrie aufgerufen, dort wo es geht, heute schon Energie einzusparen. Je mehr Gas heute schon eingespart wird, desto mehr können wir für die Speicherbefüllung nutzen. 

Die Energiewirtschaft leistet hier einen wichtigen Beitrag: Um den Gasverbrauch in Deutschland zu senken, wird die Stromerzeugung aus Gas im Bedarfsfall dort reduziert, wo es möglich ist.
Als Ersatz sollen Kohlekraftwerke aus der Netz- und Sicherheitsreserve und solche, die im Rahmen des Kohleausstiegs dieses oder im kommenden Jahr aus dem Markt ausgeschieden wären, in Betriebsbereitschaft versetzt werden.
So können Stein- und Braunkohle-Kraftwerke in einem begrenzten Zeitraum wieder Strom erzeugen, um mögliche Mindermengen aus Gaskraftwerken auszugleichen.
Dafür sind an den Kraftwerken zahlreiche vorbereitende Maßnahmen erforderlich, wie die Personal- und Brennstoffvorhaltung sowie die Ersatzteil- und Betriebsmittelbeschaffung.
Bei Steinkohle-Kraftwerken besteht die zusätzliche Herausforderung, dass die Steinkohle in ausreichender Menge aus anderen Ländern als Russland importiert und bevorratet werden muss.
Hier sind die Kraftwerksbetreiber bereits seit einiger Zeit in der Vorbereitung.
Klar ist, der kurzfristige Einsatz von Kohlekraftwerken, die bereits aus dem Markt hätten ausscheiden sollen, kann nur eine Übergangslösung sein.
Ziel ist es, insgesamt unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden, um die Klimaziele zu erreichen.
Daher müssen wir insbesondere den Ausbau der Erneuerbaren Energien einen Zahn zulegen und die Erzeugung und Beschaffung klimaneutraler Gase wie Wasserstoff oder Biomethan voranbringen.“ 

 

MSB Kommunikation

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