Bulgarische Künstler im Gothaer Tivoli

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Am Dienstag, den 24. Mai 2011 erhält Frau Dr. Meglena Plugtschieva, Mitglied der Bulgarischen Nationalversammlung, ehemalige Vizepremierministerin Bulgariens und langjährige Botschafterin ihres Landes in Deutschland um 18 Uhr im Gothaer Tivoli den Preis „Der Rote Bock 2011“.

Die nichtdotierte Auszeichnung – eine vom Gothaer Künstler Peter Mildner gestaltete 13 cm große Plakette – wird an Persönlichkeiten in Mittel- und Osteuropa verliehen, die sich auf herausragende Art und Weise sozialen, demokratischen und europäischen Themen gewidmet haben und in ihren Heimatländern sozialdemokratische Ziele des Gothaer Programms von 1875 verwirklichen helfen.

Der Preis ist eine Plakette mit dem Bildnis des großen Sozialdemokraten Wilhelm Bock, der von Gotha aus, die Einheit und Stärke, aber auch die Vielfalt und Widersprüchlichkeit der deutschen Sozialdemokratie prägte.

Die jährliche Preisvergabe erfolgt im Zeitraum vom 22. bis 27. Mai, an jenen Tagen an dem 1875 der Gothaer Parteitag im Gothaer Tivoli stattfand.  

Nunmehr zum vierten Male wird der von Knut Kreuch gestiftete Preis „Der Rote Bock“ verliehen. Nach Jiri Paroubek aus Tschechien, Andres Tarand aus Estland und Prof. Egon Bahr im letzten Jahr geht der Preis erstmals an eine Frau.

Dr. Meglena Plugtschieva, studierte Forst- und Umweltwissenschaftlerin, war fünf Jahre bulgarische Botschafterin in Deutschland, ist heute Mitglied des bulgarischen Parlaments, verantwortlich für Europafragen. „Sie verkörpert wie keine zweite Frau den Weg Bulgariens zu einem anerkannten Partner Europas“, so Knut Kreuch.
Ehrengast der Veranstaltung wird der jetzige bulgarische Botschafter und Nachfolger von Plugtschieva, Ivo Petrov, sein.

Gleichzeitig werden in den Räumen des Tivoli Arbeiten zweier zeitgenössischer Künstler aus Bulgarien präsentiert. Dimo Kolibarov und Ivaylo Mirchev, beide Professoren an der Nationalen Kunstakademie in Sofia, sind auch in Deutschland keine Unbekannten. Ihre Arbeiten sind Bestandteil des Grafik Museums Stiftung Schreiner in Bad Steben. Professor Wolfgang Schreiner, Sammler zeitgenössischer bulgarischer Kunst aus Bad Steben, hat gemeinsam mit dem Bulgarischen Kulturinstitut diese Exposition für Gotha zusammengestellt. Gezeigt werden Radierungen, Aquatinta, Lithografien und Aquarelle.

Dimo Kolibarov, geboren 1965, studierte von 1979 bis 1984 an der Kunsthochschule in Plovdiv und von 1990 bis 1996 an der Nationalen Kunstakademie in Sofia. Seit 1987 stellt er sein künstlerisches Werk in Bulgarien und im Ausland aus. Einzelausstellungen führten ihn unter anderem nach Schottland, Belgien, Deutschland, Polen, Frankreich und Japan. Durch eine Vielzahl von internationalen Preisen wurden seine künstlerischen Arbeiten und seine Teilnahme an Wettbewerben ausgezeichnet.

Ivaylo Mirchev, 1954 geboren, studierte bis 1981 Malerei an der Nationalen Kunstakademie. Ab 1983 nahm er als Vertreter der zeitgenössischen bulgarischen Kunst an einer Vielzahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im Ausland – Deutschland, Italien, Russland, Niederlande, Schweden, Österreich, Belgien, China, Polen, Tschechien, Slowakei, Ägypten – und in seinem Heimatland Bulgarien teil.

Die Arbeiten beider Künstler werden erstmals in der Thüringer Region gezeigt. Die Mitglieder des Fördervereins freuen sich, dass die Zusammenarbeit mit dem Bulgarischen Kulturzentrum Berlin so unkompliziert und freundschaftlich verlaufen ist. „Wir werden Bulgarien nicht nur als Reiseziel, sondern auch mit den Augen ihrer Künstler kennen und schätzen lernen. Unser aller Dank gilt Professor Wolfgang Schreiner und der Botschaftsrätin Oli Grueva, Leiterin des Bulgarischen Kulturinstitutes, die es ermöglichten eine so hochkarätige Ausstellung nach Gotha zu holen.“, so Marlies Mikolajczak, die Vereinsvorsitzende.

Publiziert: 8. Mai 2011, 9.00 Uhr