Jedem Fünften wurden 2013 psychische Probleme diagnostiziert

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Bei 23,3 Prozent der Thüringer Studierenden, also mehr als jedem Fünften, wurden 2013 psychische Probleme diagnostiziert. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) hervor. Damit liegen die im Freistaat bei der TK versicherten Hochschüler im deutschlandweiten Vergleich auf Platz drei nach den Stadtstaaten Berlin (24,8 %) und Hamburg (24,6 %).

Zu den häufigsten Erkrankungen dieser Diagnosegruppe gehören Depressionen, somatoforme Störungen, Anpassungs- und Belastungs- sowie Angststörungen. Die Diagnose Depression wurde bei 6,3 Prozent der Thüringer Studenten im Alter von 20 bis 34 Jahren dokumentiert. Bei Erwerbspersonen im selben Alter waren es 5,5 Prozent.

„Dass Studierende während ihrer Arbeit Stress empfinden, gerade in Prüfungsphasen wie im Moment, ist nichts Neues und generell auch kein Problem. Aufhorchen müssen wir allerdings, wenn die Beanspruchung als so stark empfunden wird, dass sie Krankheiten auslöst und mit Medikamenten behandelt werden muss“, sagt Guido Dressel, Leiter der TK-Landesvertretung Thüringen. „Junge Menschen sollten rechtzeitig Strategien vermittelt bekommen, wie sie ihre eigenen Ressourcen stärken und nach nötiger Anspannung für Ausgleich und Regeneration sorgen. Das ist auch im späteren Arbeitsleben unerlässlich.“

Antidepressiva-Verordnungen: 51 Prozent Anstieg in acht Jahren

Der Anteil der Thüringer Hochschüler, die Antidepressiva verschrieben bekamen, ist von 2006 bis 2014 um 51 Prozent gestiegen. Vergangenes Jahr bekamen 4 Prozent entsprechende Verordnungen. Im Vergleich der Bundesländer liegt der Freistaat damit auf Platz sieben und als einziger der neuen Bundesländer leicht über dem Bundesdurchschnitt (3,9 Prozent). Die anderen vier neuen Länder bilden zusammen mit Berlin die Schlussgruppe bei den Antidepressiva-Verordnungen. In keinem lag die Quote über 3,4 Prozent.

Studierende insgesamt seltener beim Arzt als junge Erwerbspersonen

Psychische Störungen sind das einzige Diagnosekapitel von dem Thüringer Studierende mehr betroffen sind als gleichaltrigen Erwerbspersonen. Erkrankungen des Atmungssystems wurden bei 35 Prozent der Studierenden und bei 54,1 Prozent der Erwerbspersonen festgestellt. Etwa ein Viertel der Studierenden und ein Drittel der Erwerbspersonen mussten aufgrund einer Muskel-Skelett Erkrankung mindestens einmal behandelt werden. Bei den 20 bis 34-Jährigen waren das, wie in der gesamten Thüringer Bevölkerung, die häufigsten Gründe für einen Arztbesuch.

Innerhalb des Jahres 2013 kontaktierten 82 Prozent der Thüringer Studierenden mindestens einen niedergelassenen Arzt. Durchschnittlich wurden je Studierenden fünf Behandlungsfälle abgerechnet und fünf unterschiedliche Diagnosen im Sinne von Erkrankungen dokumentiert. Knapp 90 Prozent der jungen Erwerbspersonen kontaktierten im selben Jahr einen Arzt.

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